Plattform rund um die Hochzeit Der schönste Tag noch schöner

Acht Frauen aus Landsberg am Lech haben sich zu den "Hochzeiterinnen" zusammengetan und bieten, wie sie es selber nennen: Kleidsames, Anschmiegsames, Genussvolles, Blumiges, Bildhaftes, Verschönerndes, Versendbares und Behütetes. Jede arbeitet selbstständig in ihrem eigenen Betrieb, aber mit einer gemeinsamen Marketing-Plattform.

Barbara Oberst

Gemeinsam vermarkten, individuell arbeiten: Die acht Hochzeiterinnen (v.li.n.re.) Conny Kurz, Andrea Stahl, Markita Jehle, Anita Kaiser, Ruth Hecking, Carmen Celewitz, Barbara Helleis und Catharina Wagner haben sich ihr Netzwerk so eingerichtet, dass sie nichts von ihrer Selbstständigkeit aufgeben, aber großen Nutzen und Freude aus der Gemeinschaft ziehen. - © Kurz

Nichts von der Stange, das ist den acht Frauen aus Landsberg am Lech wichtig. Sie haben sich zu den "Hochzeiterinnen" zusammengetan und bieten, wie sie es selber nennen: Kleidsames, Anschmiegsames, Genussvolles, Blumiges, Bildhaftes, Verschönerndes, Versendbares und Behütetes. Jede arbeitet selbstständig in ihrem eigenen Betrieb. Die gemeinsame Plattform, die sie im Herbst 2009 ins Leben gerufen haben, nutzen sie für ihr Marketing. "Eigentlich war das eine ganz spontane Idee von mir. Ich habe bei Ruth die Brautkleider gesehen und dachte mir, ich könnte da gut meine Blumen dazu stellen", erzählt Floristin Anita Kaiser, wie sie sich mit Schneidermeisterin Ruth Hecking zusammentat.

Schnell kam Goldschmiedin Barbara Helleis dazu, und bald folgten Fotografin Conny Kurz, Friseurmeisterin, Visagistin und Kosmetikerin Catharina Wagner sowie Hutmacherin Andrea Stahl. Komplettiert wird die Gruppe durch Markita Jehle für Kulinarisches sowie durch Grafikerin Carmen Celewitz. "Da wurde aus einer kleinen Idee ein Riesen-Lauffeuer", sagen die Hochzeiterinnen und scheinen selbst erstaunt, wie schnell sie zu einer Marke wurden.

Einmal im Jahr eine Hochzeitsausstellung

Einmal pro Jahr organisieren sie jetzt eine Ausstellung, bei der jede ihre Arbeiten in stilvollem Rahmen präsentiert. Keine Hochzeitsmesse, keine Hochzeitsplanung soll das sein, das wäre den Hochzeiterinnen zu wenig individuell. Sie sehen sich vielmehr als Dienstleisterinnen für alle, die aus ihrem besonderen Festtag etwas Einzigartiges machen wollen.

Während die Ausstellungen für die Hochzeiterinnen sehr arbeitsintensiv sind, hält sich die Netzwerkarbeit ansonsten in Grenzen. Der Vorteil durch den gemeinsamen Auftritt ist aber enorm. "Wir werden immer auf unsere Werbung angesprochen", bestätigt Schneidermeisterin Ruth Hecking. Das gemeinsame Werbebudget ermöglicht der Gruppe viel größere Aktionen, als es jeder Einzelnen möglich wäre. Fahnen, die von der Lechbrücke herunterhängen, Plakate, Werbung, die Hochzeitsausstellung sticht ins Auge. Zweimal berichtete schon der Bayerische Rundfunk darüber, der Lokalpresse sind die Termine immer einen großen Artikel wert.

Direkte Buchungen beim Event sind zwar willkommen, doch setzen die Hochzeiterinnen vor allem darauf, dass die Leute sie im Hinterkopf haben. "Das wird vermerkt, und wenn es dann so weit ist, kommen sie zu uns", glaubt Hecking. Fotografin Conny Kurz verweist außerdem auf Folgeaufträge: "Für uns ist die Gruppe einfach ein Multiplikator, wir bekommen viele Kontakte über die anderen". Wenn ein Kunde zu ihnen kommt, empfehlen sich die Frauen gegenseitig. Eine gedruckte Broschüre und der Internetauftritt tun ein Übriges.

Die Ideen gehen nicht aus

Die Ideen und Verbesserungsvorschläge gehen den acht Damen nicht aus: So überlegen sie, die nächste Hochzeitsausstellung in den Herbst zu verlegen, damit den Brautpaaren mehr Vorbereitungszeit bis zum Hochzeitstermin – meist im Frühjahr oder Sommer - bleibt. Auch die Preise für ihre Leistungen wollen sie besser kommunizieren. "Viele haben überzogene Vorstellungen davon, was Handwerkskunst kostet. Dass eine Maßanfertigung gar nicht teurer sein muss als etwas von der Stange, ist den Leuten nicht klar", beobachtet Hutmacherin Andrea Stahl.

Schon mancher wollte auf den Zug der Hochzeiterinnen aufspringen. Doch die acht finden, größer müsse ihre Gruppe nicht werden – und rutschen unversehens ins nächste Brainstorming über Branchen, die vielleicht doch noch gut zu ihnen passen würden.

Informationen über die Hochzeiterinnen gibt es im Internet unter diehochzeiterinnen.de .