Forscher nennt Anschlag vom Freitag "ungewöhnlich" "Der Rechtsextremismus in Norwegen ist relativ schwach ausgeprägt"

Der Rechtsextremismus-Forscher der Freien Universität Berlin (FU), Hajo Funke, bezeichnet es als ungewöhnlich, dass ausgerechnet Norwegen Ziel eines offenbar rechtsextremistisch motivierten Anschlags geworden ist. "Der Rechtsextremismus in Norwegen ist relativ schwach ausgeprägt", sagte Funke am Samstag in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd.

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"Der Rechtsextremismus in Norwegen ist relativ schwach ausgeprägt"

Berlin (dapd). Der Rechtsextremismus-Forscher der Freien Universität Berlin (FU), Hajo Funke, bezeichnet es als ungewöhnlich, dass ausgerechnet Norwegen Ziel eines offenbar rechtsextremistisch motivierten Anschlags geworden ist. "Der Rechtsextremismus in Norwegen ist relativ schwach ausgeprägt", sagte Funke am Samstag in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd.

Sehr viel stärker sei in der Vergangenheit die rechtsextreme Szene in Schweden gewesen, betonte Funke. Auch sei die Ideologie der norwegischen Rechten wesentlich weniger stark gewaltverherrlichend als etwa bei deutschen Neonazis.

Funke wies allerdings darauf hin, dass es mit der norwegischen Fortschrittspartei eine Formation gebe, die bis zu 25 Prozent der Wähler erreichen könne. Diese sei zwar "nicht unmittelbar verantwortlich für solche Gewalttaten, aber das kann das Klima anheizen", sagte Funke. "Jede Form von Rechtspopulismus senkt die Hemmschwelle für solche vermutlichen Einzeltäter".

Da es sich um einen Einzeltäter handle, lasse die Tat keinerlei Rückschlüsse auf das rechtsextremistische Bewegung in Norwegen zu. Es müsse allerdings überprüft werden, woher der Täter seine Ideologie beziehe. Einen Hinweis auf einen Zusammenhang mit rechtsextremistischen Morden und Überfällen vor allem in Schweden in den 1990ern gebe es bislang nicht.

Funke warnte zugleich vor Nachahmungstätern auch in Deutschland. Es sei eine erhöhte Aufmerksamkeit aller Behörden innerhalb Europas "gegenüber Rechtsextremen und christlichen Fundamentalisten dieser Art" nötig. Die Verhältnisse in den einzelnen Ländern seien sehr unterschiedlich. Der neonationalistische Rechtsextremismus, der in Deutschland dominiere, habe allerdings "eine ähnlich gewaltverherrlichende Ideologie" wie sie auch die Tat in Norwegen zeige.der in Deutschland dominiere, habe allerdings "eine ähnlich gewaltverherrlichende Ideologie" wie sie auch die Tat in Norwegen zeige.

dapd