Vier Fünftel aller Komponenten ausgetauscht Der neue Iveco Daily

Der Iveco Daily wurde innen wie außen überarbeitet. Bald kommt er in neuem Design, mit vergrößertem Ladevolumen und verbessertem Fahrwerk auf die Straße.

Frank Hausmann

Der neue Iveco Daily. - © Foto: Frank Hausmann

Iveco hat einen Neuen. Zum x-ten Mal haben die Italiener seit 1978 einen „New Daily“ vorgestellt. Jetzt verdient die Neuauflage das Prädikat zu Recht. Vier Fünftel aller Fahrzeugkomponenten haben die Ingenieure in der 2014er-Daily-Version verändert.

Um im Markt der großen Transporter Paroli bieten zu können, bekam der Daily eine neue Optik, ein neues Cockpit, neue Radstände und mehr Ladevolumen sowie ein verbessertes Fahrwerk und Euro-VI-Motoren.

Bis zu vier Tonnen Nutzlast

Innen spendierte Iveco dem Daily eine komplett neue Armaturentafel. Ablagefläche findet der Fahrer en masse. Für Getränkeflaschen gibt es Halter in Türen und Mittelkonsole, für Kleinkram unter den drei Klappen auf der Armaturentafel, größeres Gepäck verschwindet im Staufach unter der Beifahrer-Doppelsitzbank. Das griffige, um zwei Zentimeter im Durchmesser geschrumpfte Lenkrad mit Schalter für Radio und Telefon sowie die gut ablesbaren Rundinstrumente sind ebenso neu wie das sieben Zoll große Multifunktionsdisplay in der Mittelkonsole.

Beibehalten hat der neue Daily sein Konzept aus Heckantrieb und Rahmenkonstruktion. Letztere macht ihn robust und aufbaufreundlich. Der Leiterrahmen sorgt für hohe zulässige Gesamtgewichte. Das Daily-Programm beginnt neuerdings beim 3,3-Tonner mit einzelbereifter Hinterachse. Ihm folgen die großen Brüder mit 3,5 und 5,2 Tonnen Gesamtgewicht. Das obere Ende markiert ein 7,0-Tonner, der es auf über vier Tonnen Nutzlast bringt, was kein anderer Transporter schafft.

Neue Vorderradaufhängung

Die drei Fahrzeughöhen und die Breite bleiben unverändert. Dafür wuchsen Radstände und Gesamtlängen, was die Laderäume teils deutlich vergrößert. Der Kastenwagen bietet jetzt Ladevolumen zwischen 7,3 und 19,6 m3 – ebenfalls ein Spitzenwert. Neu im Programm sind die Versionen mit 11 und 18 m3, von denen sich Iveco eine hohe Nachfrage verspricht.

Die verlängerten Radstände in Verbindung mit verkürzten hinteren Überhängen, die präzise Lenkung und neue Achsen verhelfen dem Daily zu mehr Fahrkomfort und -stabilität. Selbst in kritischen Situationen mit abruptem Spurwechsel behielt ein beladener Kastenwagen mit 16 m3 Ladevolumen auf der Teststrecke im italienischen Balocco stets die Bodenhaftung und zeigte seine verbesserte Spurtreue.

Erheblichen Anteil daran hat die neue Vorderradaufhängung Quad-Leaf, die bei allen Kastenwagen- und Fahrgestell-Modellen bis 3,5 t serienmäßig verbaut ist. Sie nutzt eine Doppelquerlenker-Konstruktion mit Querblattfeder, die Bauraum und Gewicht spart. An dem einzelbereiften Modell optimierte Iveco zusätzlich die Hinterradaufhängung, wodurch die Ladekante 55 mm tiefer liegt und sich das Übersteuern bei Kurvenfahrt verringert.

Alternative Antriebe kommen

Kaum Änderungen gab es am Motorenprogramm. Die Kunden können zwischen 2,3- und 3,0-Liter-Motor in neun Leistungsstufen von 106 bis 205 PS wählen. Für den kleinen Diesel ist ein Eco-Paket mit Start-Stopp-Automatik verfügbar. Die Triebwerke sind in Euro 5b+ mit Abgasrückführung oder Euro VI mit Ad-Blue-Beimischung zu haben. Iveco verspricht fünf Prozent weniger Verbrauch gegenüber den Vorgängern – mit Eco-Paket sogar bis zu 14 Prozent. Zusätzlich zur Dieselvariante soll der neue Italiener demnächst auch mit Erdgas-, Hybrid- und Elektroantrieb zu haben sein.

Die Kraft von 270 bis 470 Nm geben die Motoren standardmäßig an ein Sechs-Gang-Getriebe weiter, das sich präzise schalten lässt und stets passende Gangsprünge liefert. Als Option ist ein automatisiertes Sechs-Gang-Getriebe lieferbar.

Die Preise für den neuen Daily bleiben nahezu unverändert. Lediglich die neuen Varianten mit mehr Ladevolumen stehen mit moderat höherem Preis in der Liste. Ein Iveco Daily 35S11 mit mittlerem Radstand, mittlerer Dachhöhe und jetzt 10,8 m3 Ladevolumen kostet beispielsweise 30.660 Euro – zehn Euro mehr als das vergleichbare Vorgänger-Modell.