Vor einem halben Jahrhundert ist der Klo-Spülkasten unsichtbar geworden. Der Wand-Einbau – eine echte Revolution. Auch zu seinem Jubiläum bleibt er verborgen. Das Versteck in der Wand sollte nur der Anfang sein.

Einen Klo-Spülkasten in die Wand einzumauern ist 1964 noch eine vollkommen neue Idee gewesen. Alles, was bis dato zum Badezimmer gehört hat, ist sichtbar gewesen. Toilettenspülkästen und die Wasserleitungen für Wannen, Duschen und Waschbecken sind "auf Putz" eingebaut worden, das heißt sichtbar vor der Wand.
Bis Mitte der 60er Jahre ist das Bad nichts weiter als die berüchtigte Nasszelle und Funktionsraum für die Körperhygiene gewesen. Heute ist das anders. Mit der Markteinführung des so genannten Unterputz-Spülkastens ist der Grundstein für das moderne Badezimmer gelegt worden. Verantwortlich für die Revolution im Badezimmer ist das Schweizer Unternehmen Geberit.
Technik unsichtbar machen
Das Verstecken der Spültechnik ist allerdings nur der Anfang gewesen. Ausgehend vom Unterputz-Spülkasten wurde der Gedanke des unsichtbaren Einbaus von Technik weiterentwickelt. In den 1990er-Jahren etablierten sich so genannte Vorwandinstallationssysteme. Bei der Vorwandtechnik sind die Spülkästen, die Wasserleitungen und die Anschlüsse für Waschbecken oder Wannen komplett in einer Trockenbauwand verborgen.
Sichtbar sind nur die Wanne, die WC-Keramik und das Waschbecken vor der gefliesten oder verputzten Wand. In deutschen Bädern ist das mittlerweile Standard. Keine Spur vom einstigen Technikraum mehr. Sogar kleine Bäder wirken dadurch aufgeräumt und schick.
Einbau über 60 Millionen Mal
Im Laufe der Jahre ist die unsichtbare Spültechnik zu einem Verkaufsschlager geworden. In 50 Jahren haben Handwerker den Unterputz-Spülkasten vor allem in europäischen Bädern verbaut. Zwar wurde der Spülkasten am Geberit-Stammsitz in der Schweiz entwickelt, hergestellt wird er jedoch seit 50 Jahren im baden-württembergischen Pfullendorf.
Auch heute noch ist der Unterputz-Spülkasten "Made in Germany". Die Produktion am Bodensee wird ständig ausgebaut. Alle vier Sekunden läuft ein Spülkasten vom Band. Rund vier Millionen Unterputz-Spülkästen werden jährlich aus Pfullendorf in 100 Länder weltweit versandt. dhz