Perfektes Matching Der ideale Azubi für Müller-Heizung und Sanitär

Martin Müller, Betriebsleiter des SHK-Betriebs aus Selb hat lange nach einem passenden Auszubildenden gesucht. Mit Unterstützung eines speziellen Förderprogramms hat es dann endlich geklappt.

Ulrich Förtsch

Von Anfang an voll dabei. Patrick Bayer und Martin Müller bereiten einen Kundenauftrag vor. - © HWK für Oberfranken

Die Matching-Werte sind perfekt: Die Firma Müller – Heizung und Sanitär in Selb und Patrick Bayer passen zusammen, die Chemie stimmt. Daher hat der 17-Jährige aus Höchstädt im Fichtelgebirge zum 1. September bei dem Handwerksunternehmen seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik begonnen. Betrieb und Auszubildender sind damit sehr zufrieden. "Ich habe wirklich lange gesucht und keinen passenden Anwärter gefunden", sagt Martin Müller, Betriebsleiter des SHK-Betriebs. "Erst durch die Unterstützung durch die Handwerkskammer konnte ich die Ausbildungsstelle besetzen."

Passgenaue Besetzung – so lautet das geförderte Programm, das bei der HWK für Oberfranken Harry Rausseck (Oberfranken Ost) und Carmen Weiß (Oberfranken West) betreuen. Die beiden "Passgenauen Besetzer" bringen im Idealfall Betrieb und Bewerber zusammen und begleiten beide Seiten bei allen Fragen, die rund um das Abschließen des Lehrvertrags auftauchen können. Und noch darüber hinaus. "Wir können mit dem geförderten Programm tatsächlich ganz individuell auf die Anforderungen der Betriebe und die Belange der Bewerber eingehen, bis schließlich beide Seiten überzeugt sind", erklärt Harry Rausseck.

Für Martin Müller entpuppte sich die Dienstleistung, die die Kammer anbieten kann, als ein Glücksfall. "Am liebsten bilde ich einen Azubi bei mir im Betrieb aus, stelle ihn nach der Lehre fest an und kann ihn so weiterentwickeln und langfristig an meinen Betrieb binde." Soweit die Theorie, doch in der Praxis sieht das anders aus. Ausgelernte Fachkräfte sind ganz schwer zu bekommen. Bewerbungen gab’s schon einige auf sein Stellengesuch, aber die Aspiranten waren den Ansprüchen, die eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker SHK mit sich bringen, größtenteils einfach nicht gewachsen. "Ein gewisses technisches Verständnis und handwerkliche Fertigkeiten sind schon nötig, um in diesem Beruf Erfolg zu haben", bringt es Martin Müller auf den Punkt.

Patrick Bayer bringt diese Begabungen mit. Vom Handwerk war er schon immer begeistert, schnupperte in die Werkstatt seines Opas Fritz Bayer hinein und durfte manchmal auch mitarbeiten. Auf der Suche nach seinem Traumjob hat er während seiner Zeit an der Wirtschaftsschule in Wunsiedel auch verschiedene Praktika absolviert. "Den letzten Kick habe ich dann bei einer Informationsveranstaltung in der Schule bekommen", so Bayer. Da ging er aktiv auf Harry Rausseck zu und fragte gezielt nach einer Ausbildungsstelle.

Erfolgreicher Abschluss im Mittelpunkt

Die Verbindung zum Betrieb wurde hergestellt. Patrick Bayer hat Anfang September seine Lehre zum Anlagenmechaniker SHK begonnen – in seinem Traumjob. In den nächsten dreieinhalb Jahren möchte er für sich und seinen Ausbildungsbetrieb das Beste geben, viel dazulernen und die Prüfungen gut absolvieren. Und danach? "Ein erfolgreicher Abschluss meiner Ausbildung ist mir momentan am wichtigsten", sagt der 17-Jährige. "Danach würde ich am liebsten hier in meiner Heimatregion – und auch bei der Firma Müller – bleiben und arbeiten." Das würde sicherlich auch dem Chef gefallen: "Für mich steht Kontinuität ganz oben auf der Wunschliste. Deshalb möchte ich auch mit meinen Auszubildenden längerfristig planen".

" Passgenaue Besetzung"

Das Förderprogramm " Passgenaue Besetzung" unterstützt Betriebe bei der Gewinnung von Nachwuchskräften und der Besetzung von Ausbildungsplätzen. Das Programm wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie den Europäischen Sozialfonds gefördert, die Dienstleistungen sind daher für die Betriebe kostenfrei. Informationen gibt es über die jeweiligen Handwerkskammern.