Der frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel muss trotz Steuerhinterziehung nicht ins Gefängnis. Die DHZ fragte, ob die "Großen" zu billig davon kommen. Das meinen die DHZ-Leser.
Der Fall Zumwinkel: Das meinen die DHZ-Leser
- Katrin Eiserbeck, Reinigungsservice: "Natürlich hat der Richter Recht, dass eine mediale Ausschlachtung eines so brisanten Themas, eine Person im öffentlichen Bereich ertragen muss. Aber: der Mann hat über Jahre kriminell gehandelt und ist nur durch eine uns Normalbürger suggerierte Panne eines Amtsrichters, um einen Gefängnissaufenthalt herum gekommen. Das bisschen Glaubwürdigkeit, welche noch in der Bevölkerung vorhanden war, ist hiermit endgültig dahin. Das macht auch eine Rückzahlung sämtlicher Steuern nicht wett. Fazit: Man muss nach wie vor nur die richtigen Leute in den wichtigen Ämtern kennen. Armes Deutschland."
- Hubert Kapfhammer, Pensionist: "Man sieht wieder, der Staat kann nicht wirtschaftlich arbeiten. Für die CD hat er bzw. der Nachrichtendienst fünf Millionen Euro bezahlt, während über die Strafe nur 800.000 Euro in den Staatssäckl flossen. Die Wirtschaftslage zeigt es ja wie gut unsere Manager sind, sie tragen alle nur "Verantwortung" und erhalten dafür hohen Lohn. Wenn das Schiff aber sinkt, sind sie zu feige es zu retten."
- Bettina Meckbach, Kauffrau: "Der Staatsdiener Zumwinkel wird mit dieser Strafe nicht wirklich bestraft. Geld hat er doch reichlich. Außerdem wurden nur die Jahre 2001 bis 2006 relevant. Insgesamt hat Herr Zumwinkel 21 Jahre Steuern hinterzogen und damit locker die Millionenstrafe erwirtschaftet. Mein Anliegen ist, ihm wenigstens die Pension zu streichen. Unser Steuersystem verleitet natürlich zur Steuerhinterziehung. Die Steuererklärung im Bierdeckelformat von Friedrich Merz wäre ein Ansatz zu mehr Steuerehrlichkeit."
- André Steinheimer, netzwerk- und Gebäudetechniker: "Ich bin der Meinung, dass die Strafe viel zu gering ist. Die lange Zeit in der Herr Zumwinkel den Staat um viele Millionen Euro bewusst betrogen hat. – da ist die eine Million doch Peanuts und keine Abschreckung. Es gibt mit Sicherheit Fälle, in denen "Klein-Steuerbetrüger" ins Gefängnis mussten und... Die Begründung des Gerichts passt meiner Meinung nach nicht zum Urteil."
- Stephan-Matthias Klemt, Bauunternehmer: " Leider ist es nach wie vor so, dass derjenige, der sich Staranwälte leisten kann, meist mit einem blauen Auge davonkommt. Der kleine Mann wird bei Steuerbetrug gnadenlos verknackt (Strafe muß schon sein)! Geld regiert die Welt... Nur die Großen lässt man laufen und man könnte noch hunderte solcher Sprüche zum Besten geben: Deutscher Michel setze schön die Mütze auf und sei halt brav. Die Obrigkeit darf alles wie vor hundert Jahren! "
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