Der Gesundheitsexperte Jürgen Wasem erwartet zusätzliche Belastungen der Versicherten durch neue Pflegeleistungen. Allein die geplanten Verbesserungen für Demenzkranke kosteten mehr als eine Milliarde Euro, rechnet der Professor für Medizin-Management an der Universität Duisburg-Essen in der "Passauer Neuen Presse" vor.
"Der Beitragssatz muss im Jahr 2013 erhöht werden"
Passau (dapd). Der Gesundheitsexperte Jürgen Wasem erwartet zusätzliche Belastungen der Versicherten durch neue Pflegeleistungen. Allein die geplanten Verbesserungen für Demenzkranke kosteten mehr als eine Milliarde Euro, rechnet der Professor für Medizin-Management an der Universität Duisburg-Essen in der "Passauer Neuen Presse" (Dienstagausgabe) vor. "Der Beitragssatz muss im Jahr 2013 erhöht werden, spätestens aber 2014." Derzeit beträgt der Beitragssatz für die Pflegeversicherung 1,95 Prozent.
Wenn die Leistungen nicht verbessert würden, könnte der Beitragssatz laut Wasem "in den nächsten 20 bis 30 Jahren unter drei Prozent gehalten werden". Die Voraussetzung wäre jedoch, dass die Leistungen nicht verbessert würden. "Alle sind sich aber darüber im klaren, dass die Leistungen in Zukunft regelmäßig an die Inflation angepasst werden müssen. Sonst entwerten wir die Pflegeversicherung und immer mehr Menschen in Pflegeheimen werden ergänzende Sozialhilfe benötigen. Der Beitragssatz wird langfristig auf drei Prozent und mehr steigen müssen", sagte er.
dapd
