Der Automarkt erholt sich

Branchenspiegel: Pkw-Neuzulassungen steigen wieder. Auch in der Bauwirtschaft geht es bergauf.

Der Automarkt erholt sich

Baugewerbe: In der Bauwirtschaft geht es weiter bergauf. Nach dem ungewöhnlich guten Jahresauftakt, wobei Sondereffekte eine erhebliche Rolle spielten, verlief die Bautätigkeit auch im 2. Quartal sehr lebhaft. Maßgebliche Impulse kommen aus dem Wohnungsbausektor. Denn die günstigen Rahmenbedingungen – wie niedrige Hypothekenzinsen, zunehmende Jobsicherheit und steigende Einkommen – fachen die Investitionsbereitschaft der privaten Bauherren an. Hinzu kommt, dass Immobilien als Geldanlage oder Altersvorsorge an Bedeutung gewinnen.

Auch der Wirtschaftsbau fasst nach dem rezessionsbedingten Einbruch wieder Tritt. Statistisch belegt wird dies durch die steigenden Baugenehmigungen, bemessen nach Baukosten. Zugelegt haben vor allem Genehmigungszahlen für Fabrik- und Handelsgebäude. Bei den Bürogebäuden kommt wegen noch bestehender Leerstände die Erholung aber nur zögerlich voran. Der öffentliche Bau leidet – trotz wieder kräftig sprudelnder Steuereinnahmen – unter der angespannten Haushaltslage von Bund, Ländern und Kommunen.

Handwerk für gewerblichen Bedarf: Der Maschinen- und Werkzeugbau bleibt auf Expansionskurs. Getragen wird der Aufschwung weiterhin von der in- und ausländischen Investitionsgüternachfrage, die zuletzt aber etwas an Dynamik eingebüßt hat. Nach Meinung des Verbands Deutscher Maschinenbau (VDMA) könnte die anhaltende Staatsschuldenkrise im Euroraum zu einer Belastung für den Branchenboom werden. Zudem kam es vielerorts wegen Material- und Personalengpässen bereits zu Produktionsbehinderungen.

Insgesamt steht aber die konjunkturelle Aufwärtsbewegung auf einem soliden Fundament, was auch die unverändert gute Stimmung in den Betrieben zum Ausdruck bringt. Auch das Landmaschinenhandwerk machte weiter Boden gut. Die Neuzulassungen von Traktoren lagen im April und Mai um 22 bzw. 15 Prozent über dem Vorjahresstand.

Kraftfahrzeuggewerbe: Der Automarkt hat nach einem eher verhaltenen April in den beiden folgenden Monaten wieder Tempo aufgenommen. Von Januar bis Juni wurden somit nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 10,5 Prozent mehr neue Autos in den Verkehr gebracht als vor einem Jahr. Überdurchschnittlich stark stiegen dabei die Zulassungszahlen der umsatzträchtigen Oberklasse. Die Erholung des Neuwagengeschäfts hat auch den für die Händler vorteilhaften Nebeneffekt, dass die ruinösen Rabatte allmählich sinken, wie aus einer aktuellen Studie des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen hervorgeht.

Der Gebrauchtwagenhandel kam nach einem schwachen Quartalsstart ebenfalls in Fahrt. Die Pkw-Besitzumschreibungen nahmen somit im 1. Halbjahr um 8,0 Prozent zu. Ferner ist die Werkstattauslastung binnen Jahresfrist von 72 auf 76 Prozent geklettert und hat damit zum freundlichen Geschäftsklima in der Branche beigetragen.

Lebensmittelhandwerke: Die Bäcker und Metzger verzeichnen seit April vor allem eine saisonbedinge Verkaufsbelebung. Daneben haben auch volkswirtschaftliche Faktoren – wie die verbesserte Arbeitsmarktlage und die steigenden Einkommen der privaten Haushalte – die Geschäftstätigkeit der Branche tendenziell gestärkt. Insgesamt beurteilten 83 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre wirtschaftliche Lage als gut oder befriedigend. Gegenüber dem Vorjahr ist damit eine fühlbare Stimmungsaufhellung zu beobachten.

Die Handwerker rechnen damit, dass sie aufgrund der anziehenden Verbrauchskonjunktur die erhöhten Rohstoffkosten wenigstens teilweise auf die Preise umlegen können. Der Bierabsatz ist nach der Stagnation im 1. Quartal wieder gestiegen, so dass die Brauereien für die erste Jahreshälfte immerhin noch ein Plus von 1,0 Prozent verbuchen konnten.

Gewerbe für privaten Bedarf: Im Gesundheitshandwerk setzte sich der konjunkturelle Erholungskurs mit moderatem Tempo fort. Die Umsätze dürften das Vorjahresniveau wieder leicht übertroffen haben. Der Personalbestand hat binnen Jahresfrist ebenfalls etwas zugelegt. Bei Augenoptikern, Dentallabors und Orthopädietechnikern zeigt das gute Konsumklima langsam Wirkung.

Überdies ergibt sich aufgrund des wachsenden Anteils älterer Menschen und technischer Innovationen zusätzliches Nachfragepotenzial für die Gesundheitshandwerker. In den übrigen verbrauchernahen Dienstleistungsbranchen waren gleichfalls stimulierende Konjunktureffekte festzustellen, die sich in nächster Zeit noch intensivieren sollen.

bü/los