Angesichts des demografischen Wandels werden in den kommenden Jahren immer mehr Unternehmen für einen Generationenwechsel anstehen. "Unternehmensnachfolge ist ein zentrales Thema für Unternehmen und Unternehmer", sagte Ernst Burgbacher, parlamentarischer Staatsekretär im Bundeswirtschaftsministerium bei der Vorstellung einer vom Ministerium in Auftrag gegebenen Studie zum Generationswechsel im Mittelstand.
Karin Birk

Eine gelungene Unternehmensnachfolge sei nicht nur angesichts der zu erhaltenden Arbeitsplätze von Bedeutung. Sie spiele auch für die Altersversorgung der betroffenen Unternehmer eine entscheidende Rolle.
Damit ein solcher Generationswechsel in Unternehmen gelinge, müsse der Wechsel frühzeitig geplant und in die Tat umgesetzt werden. "Fünf Jahre sind das Minimum, um den Prozess zu planen", sagte Burgbacher. ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke wies darauf hin, dass bei Kammern und Verbänden rund 1000 Betriebsberater übergebenden und übernehmenden Handwerksunternehmern mit Rat und Tat zur Seite stünden. Ein erster Schritt auf der Suche nach dem passenden Unternehmensnachfolger könne der Blick in eine regionale Nachfolgebörsen oder die bundesweite Börse nexxt-change.org sein.
Immer weniger mögliche Nachfolger
Wie die federführend vom Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen erstellte Studie weiter deutlich machte, nimmt in den nächsten Jahren die Zahl der zu übergebenden Unternehmen zu. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der möglichen Nachfolger stetig ab. Noch gibt es nur regionale oder branchenspezifische Nachfolgelücken. Gerade ab dem Jahr 2020 könnte die Nachfolgelücke aber deutlich größer werden.
Damit der Generationenwechsel heute und morgen zum Erfolg führt, ist nach Ansicht der Experten sind qualifizierte Nachfolger und eine gute Nachfolgeplanung entscheidend. Als Hürden macht Schwannecke nicht nur das mangelnde Interesse junger Menschen an der Selbstständigkeit aus, als "eine der größten Hürden" sieht er die Finanzierung. Damit sie Hand und Fuß hat, muss nicht nur der Betrieb realistisch bewertet werden. Der Nachfolger muss auch genügend Eigenkapital mitbringen.
Gerade bei größeren Betrieben und entsprechend größerem Finanzierungsbedarf sind auch Bürgschaften von Bürgschaftsbanken essentiell, so Frank Falk, Geschäftsführer Management und Technik bei der Handwerkskammer Region Stuttgart. Als langjähriger Betriebsberater hält er es nach einer ersten Beratung bei den Kammern für hilfreich, frühzeitig einen Rechtsanwalt und Steuerberater sowie die Hausbank in die Überlegungen mit einzubeziehen. Wie Susanne Meyer, Professorin an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin sagte, könne sich so mancher Vertrag, den ein Unternehmen abgeschlossen hat, als Hindernis bei der Unternehmensübergabe herausstellen. Auch hier sei es wichtig, rechtzeitig die Weichen zu stellen.