Dekra-Studie: Autohändler verdienen zu wenig

Laut ZDK entwickelt sich das Gebrauchtwagengeschäft positiv

Dekra-Studie: Autohändler verdienen zu wenig

Mehr als 90 Prozent der Autohändler in Deutschland verdienen zu wenig. Das gibt eine Studie der Dekra Consulting bekannt. Für die Studie wurden die Daten von mehr als 150 Autohändlern ausgewertet, die saniert oder restrukturiert werden im Zeitraum von November 2009 bis April 2010.

Die unzureichende Umsatzrendite stelle das größte Risikopotenzial dar, sagt Christian Polzer, Geschäftsführer der Dekra Consulting. Um Unternehmenswert zu schaffen, sei eine Rendite von mindestens 2,2 Prozent Voraussetzung.

Die Insolvenzquote blieb auch 2009 auf einem sehr hohen Niveau. Neben den kleinen und mittelständischen Betrieben, die bereits in den letzten Jahren mit Problemen zu kämpfen hatten, gerieten vermehrt auch große und traditionsreiche Unternehmen in Schieflage. Zwar löste die Abwrackprämie einen Absatzschub bei den Neuwagen aus, nachhaltig konnte sie die Renditesituation jedoch nicht verbessern. Im Gebrauchtwagenhandel sind die Standzeiten laut Studie deutlich gestiegen. Nicht ganz so trübe Aussichten verkündet der Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbe (ZDK): In den letzten Monaten seien die Standzeiten laut aktuellen Zahlen wieder gesunken. „Die Standzeiten der Gebrauchtfahrzeuge im Handel sind seit Januar von 110 Tagen auf 97 Tage bis Ende Juli zurückgegangen“, berichtet Ulrich Köster, Pressesprecher des ZDK. Insgesamt habe sich das Gebrauchtwagengeschäft erfreulich entwickelt, bisher wurden 4,1Prozent mehr Wagen als im Vorjahreszeitraum verkauft.

Die Zahl der Neuzulassungen ist laut dem Verband nach dem Stand bis Ende August eher niedrig: Sie liegt um 28,7Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Das Vorjahr ist aber wegen der Abwrackprämie ein Ausnahmejahr. Im Vergleich zu 2008 sind die Neuzulassungen um nur knapp zehn Prozent zurückgegangen. Zehn Prozent liegen laut ZDK in der normal zu bewertenden Schwankungsbreite. Nun gelte es, die positiven Entwicklungen im laufenden Jahr zu stabilisieren. kin