Ex-ISAF-Kommandeur Petraeus auf Abschiedsbesuch im Verteidigungsministerium De Maizière will einseitig keine Abzugszahl nennen

Verteidigungsminister Thomas de Maizière will erst nach Gesprächen mit den Verbündeten in Nordafghanistan die einzelnen Schritte des Abzugs der Bundeswehr festlegen. "Wir können nicht eine Zahl nennen, die andere Nationen präjudiziert", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin.

Foto: dapd

De Maizière will einseitig keine Abzugszahl nennen

Berlin (dapd). Verteidigungsminister Thomas de Maizière will erst nach Gesprächen mit den Verbündeten in Nordafghanistan die einzelnen Schritte des Abzugs der Bundeswehr festlegen. "Wir können nicht eine Zahl nennen, die andere Nationen präjudiziert", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin. In Konsultation mit den anderen Ländern, die im Norden des Landes Soldaten stationiert haben, müsse eine Lösung gefunden werden, die sowohl militärisch vernünftig und politisch gut erklärbar sei als auch den Erfolg nachhaltig sichere.

Für die 5.000 deutschen Soldaten ist bislang nur eine Abzugsperspektive bis 2014 festgelegt worden. US-General David Petraeus, der gerade erst das Kommando der internationalen Truppen in Afghanistan (ISAF) an seinen Nachfolger übergeben hat, lobte auf seinem Abschiedsbesuch bei de Maizière die "ausgezeichnete" Arbeit der deutschen Soldaten am Hindukusch.

Die USA wollen bis Ende des Jahres 10.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen, weitere 20.000 sollen bis September 2012 folgen. Petraeus sagte, parallel zu diesem Abzug werde die Zahl der afghanischen Soldaten um 70.000 wachsen. Auch seien die US-Streitkräfte nach wie vor in der Lage, ihre Verbündeten zu unterstützen.

De Maizière dankte Petraeus dafür, dass US-Soldaten sogar unter Beschuss deutsche Soldaten gerettet hätten. Der US-General hatte am Montag in Kabul das Kommando der internationalen Truppen an John Allen übergeben. Petraeus beendet seine militärische Karriere und wird Direktor des Auslandsnachrichtendienstes CIA. "In beiden Funktionen ist er wichtig für uns", sagte der deutsche Verteidigungsminister.

dapd