Die Kursverluste am deutschen Aktienmarkt haben sich am Mittwoch deutlich ausgeweitet. Der DAX gab am Vormittag um 360 Punkte oder mehr als 8 Prozent nach und fiel auf 4.870 Punkte. Das war der tiefste Stand seit drei Jahren.
DAX fällt auf tiefsten Stand seit drei Jahren
Nach dem Durchbrechen der Marke von 5.000 Punkten eine dreiviertel Stunde nach Handelseröffnung rauschte der Index zunächst immer weiter nach unten. Gegen 10.30 Uhr stabilisierte sich die Lage allerdings wieder etwas und der Index eroberte die 5.000er Marke zurück.
Auch die anderen Indizes brachen ein. Der MDAX verlor fast sieben Prozent und der TecDAX knapp zehn Prozent. Zu dem Ausverkauf der Aktien haben Händlern zufolge Befürchtungen geführt, dass Banken zahlungsunfähig sein könnten.
Am Morgen hatte der japanische Nikkei-Index 9,4 Prozent verloren und war auf den niedrigsten Stand seit Oktober 1987 gefallen. Gleichzeitig gab die britische Regierung ein Rettungspaket für die Bankenbranche des Landes bekannt. Um die Institute vor den Folgen der sich zuspitzenden Finanzkrise zu schützen, sollen sie mit einem milliardenschweren Bündel von Maßnahmen unterstützt werden.
Angesichts der Rufe nach Aktionen durch die Europäische Zentralbank (EZB) hieß es unter Marktteilnehmern, auch mit einer konzertierten Zinssenkung werde längst nicht alles gut. "Der Markt hat eine Zinssenkung ohnehin schon eingepreist", sagte ein Händler. Das Rettungspaket der britischen Regierung für den Bankensektor habe ebenfalls nicht die erhoffte Unterstützung gebracht.
ddp
