Schweigepflicht mit Ausnahmen Datenschutz: Mit wem der Chef über das Gehalt der Mitarbeiter sprechen darf

Wer verdient im Betrieb wie viel? Wenn dann sprechen Arbeitnehmer untereinander freiwillig über ihr Gehalt. Über die genaue Gehaltshöhe einzelner Mitarbeiter darf ein Arbeitgeber eigentlich nichts bekannt geben. Das verhindert der Datenschutz. Doch es gibt Ausnahmen.

Beim Gehalt von Mitarbeitern gilt der Datenschutz
Darf mein Arbeitgeber anderen Kollegen mein Gehalt preisgeben? Nein mit Ausnahmen. - © Syda Productions - stock.adobe.com

Kommen ungleiche Gehälter ans Tageslicht, kann dies zu Unmut und Konflikten zwischen Team-Mitgliedern führen. Die genaue Gehaltshöhe ist im Berufsleben oft ein heikles Gesprächsthema. Aber was, wenn der Arbeitgeber die Summe munter an Kolleginnen und Kollegen weitergibt? Darf er das? Darf er die Höhe meines Gehalts überhaupt gegenüber Dritten preisgeben?

Nein. "Schon aus Datenschutzgründen darf der Arbeitgeber mein Gehalt nicht ohne weiteres öffentlich kundtun", so Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Der Arbeitgeber dürfe die Gehälter der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter also zum Beispiel nicht einfach am Schwarzen Brett veröffentlichen.

Gehalt der Mitarbeiter: Personalabteilung darf die Höhe wissen

Anders sieht es dem Arbeitsrechtsexperten zufolge aus, wenn die Mitteilung nur an bestimmte Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter erfolgt – die Daten zum Beispiel an die Personalabteilung gehen. Hier sei es zulässig, Informationen zu Gehältern weiterzugeben, wenn dies zur Durchführung des Arbeitsverhältnisses erforderlich ist.

Aber auch in diesem Fall müsse der Arbeitgeber den Datenschutz beachten. "So dürfen die Personalakten nicht für jedermann zugänglich im Büro herumliegen", stellt Bredereck klar.

Ordnungsgeld droht: Gehalt von Mitarbeitern unterliegt dem Datenschutz

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Personalabteilung haben ihrerseits eine Schweigepflicht. Der Arbeitgeber muss anordnen und kontrollieren, dass sie diese Schweigepflicht auch einhalten.

"In der Praxis geht hier vieles andere Wege", sagt Bredereck. Das könne aber für Arbeitgeber in Zukunft durchaus teuer werden. Die Datenschutzbehörden würden Verstöße "mittlerweile mit durchaus empfindlichen Ordnungsgeldern belegen". dpa