Beleidigungen im Straßenverkehr Das sind die beliebtesten Schimpfwörter deutscher Autofahrer

Bananenhirn, Eierpfeife, Froscharsch: Diese Schimpfwörter sind kreativ, gehören aber nicht zu den Lieblingsschimpfwörtern deutscher Autofahrer. Welche Beleidigungen hinterm Steuer besonders häufig fallen und warum das unschöne Konsequenzen haben kann.

Illustration: Fluchender Mann im Auto.
Zum Schimpfen am Steuer neigen fast ebenso viele Frauen wie Männer. - © Valery - stock.adobe.com

Jemand nimmt die Vorfahrt, der Fahrer vor einem fährt viel zu langsam oder es geht trotz grüner Ampel nicht weiter: Das sind typische Verkehrssituationen, in denen ungeduldigen Autofahrern gerne mal der Geduldsfaden reißt. Schnell rutscht dann auch das eine oder andere Schimpfwort heraus, um dem Ärger Luft zu machen. Aber was sind eigentlich die beliebtesten Beleidigungen fluchender Autofahrer in Deutschland? Das hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Nextbase, Spezialist für Dashcam-Technologie, in einer Umfrage herausgefunden. Demnach ist 2023 "Idiot" mit 15 Prozent die am häufigsten verwendete Beschimpfung. Darauf folgt mit elf Prozent "Arschloch" sowie "Penner" mit sechs Prozent.

Männer oder Frauen, alt oder jung: Wer am häufigsten hinterm Steuer flucht

Die Umfrage unter insgesamt 1.059 Personen ergab zudem, dass es in Sachen Beleidigungen hinterm Steuer kaum Unterschiede beim Geschlecht gibt. Männer und Frauen fluchen fast gleich viel: So gaben 16 Prozent der männlichen Umfrageteilnehmer an, niemals während der Autofahrt Schimpfwörter zu benutzen, während es bei den Frauen 14 Prozent sind.

Mit steigendem Alter scheinen Autofahrer aber gelassener zu werden. Während von den Befragten zwischen 18 und 24 Jahren nur fünf Prozent angeben, nicht zu fluchen, sind es in der Gruppe der 55 Jahre und älteren bereits 17 Prozent, die darauf verzichten.

Und in welchem Bundesland wird am seltensten, wo am häufigsten geflucht? In Sachsen-Anhalt gaben 39 Prozent der Befragten an, nicht zu schimpfen. In Baden-Württemberg und Hamburg leben laut der Studie anscheinend die "deutschen Meister im Schimpfen hinter dem Steuer". Hier haben lediglich neun Prozent angegeben, auf Beschimpfungen im Straßenverkehr zu verzichten.

Beim Fluchen erwischt? Diese Strafen drohen Autofahrern

Aber Achtung: Wer andere Menschen im Straßenverkehr beleidigt, muss nicht ungeschoren davon kommen. Denn er oder sie begeht eine Straftat. Geregelt ist das in Paragraph 185 des Strafgesetzbuches. Demnach droht nach einer Beleidigung eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe. Laut dem Verkehrsclub ADAC gibt es aber keinen einheitlichen Strafkatalog. Der Geldbetrag für eine Beleidigung werde in Tagessätzen berechnet. Ein Tagessatz sei der 30. Teil eines Monatsnettoeinkommens. Das heißt, je mehr der Verurteilte verdient, desto mehr zahlt er. Im Normalfall würden Beleidigungen im Straßenverkehr mit 20 bis 30 Tagessätzen bestraft.

Der ADAC nennt auch Beispiele für Geldstrafen nach Beschimpfungen, die zeigen, wie teuer es für fluchende Autofahrer werden kann: 1.000 Euro musste ein Fahrer zahlen, weil er eine Politesse mit "Schlampen, ihr elendigen!" beleidigte. Für die Kombination aus "A…loch, Vollidiot, Depp, Hundskrüppel" zahlte ein Verurteilter 1.200 Euro. 1.600 Euro waren für einen Autobesitzer fällig, der einen Lkw-Fahrer mehrfach als "Hurensohn", "Bastard", "Hurenbock" bezeichnete.

Übrigens: Auch üble Gesten wie der ausgestreckte Mittelfinger zählen als Beleidigung.

Die Top 5 der beliebtesten Schimpfwörter deutscher Autofahrer

  1. Idiot (15 Prozent)
  2. Arschloch (elf Prozent)
  3. Penner (sechs Prozent)
  4. Blödmann (fünf Prozent)
  5. Depp (fünf Prozent)

Die Top 10 der ausgefallensten Schimpfwörter

Manchmal werden Autofahrer beim Fluchen besonders kreativ. Hier die ausgefallensten Beleidigungen, die die Umfrageteilnehmer genannt haben:

  1. Blindflansch
  2. Bananenhirn
  3. Beilagenaufesser
  4. Nadelstreifenrowdy
  5. Eierpfeile
  6. Elendicher
  7. Froscharsch
  8. Schnarchzapfen
  9. Kloreinigerpimmelknecht
  10. Führerscheininlottogewinner

ew