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Boho-Hippie-Brautfrisuren Das Rezept für Brautfrisuren: Blumen, Nähgarn und viel Liebe

Geflochten, verspielt, vielleicht mit ein paar Blüten verziert – Bräute wünschen sich heutzutage vor allem eine natürliche Frisur an ihrer Hochzeit. Welche Looks eine Friseurin empfiehlt und welche Rolle das Wetter dabei spielt.

Von April bis September sind ihre Wochenenden komplett ausgebucht. Dann hat Friseurmeisterin Nadine Kasten jeden Samstag zwei Bräute vor sich auf dem Stuhl sitzen. Teilweise sind auch Kundinnen am Freitag da. Die 27-Jährige Handwerkerin aus Leverkusen hat sich auf Brautfrisuren spezialisiert und liebt es ihren Kundinnen besondere Looks mit Fischgratzöpfen und Pferdeschwänzen zu zaubern.

Die meisten ihrer Braut-Kundinnen bevorzugen einen natürlichen Boho-Hippie-Look: Leichte, natürlich Frisuren, oft geflochten oder mit Blüten verziert. "Die Bräute wollen heute bewusst keine pompösen Prinzessinnen-Frisuren. Das hat sich im Vergleich zu früher sehr geändert", sagt Kasten. Auch das Braut-Make-Up sei heute eher dezent. Entweder werden die Augen oder die Lippen betont.

Hochsteckfrisuren mit Nadel und Faden

Kasten verwendet eine besondere Methode für die Flecht-und Hochsteckfrisuren: sie näht. Die spezielle Technik hat sie in einem Seminar gelernt. "Man sieht den Faden nicht und die Frisur hält sehr lange. Oft auch bis zum nächsten Morgen. Und dann ist ja bestimmt jemand zur Stelle, der hilft, den Faden abzuschneiden", sagt Kasten.

Für die Wahl der Brautfrisur ist die Länge der Haare ist nicht so entscheidend. Wie die Expertin erklärt, ist es auch möglich bei einem Bob die Haare zu flechten und hochzustecken, bzw. zu nähen. Die Haarfarbe spielt ebenfalls eine untergeordnete Rolle. Zwar kämen kleinere Flechtelement bei dunklen Haaren nicht so zu Geltung wie bei hellen, aber dieser Effekt ist laut Kasten nur minimal.

Friseurmeisterin Nadine Kasten aus Leverkusen mit einer Kundin

Bei der Beratung achtet die junge Handwerkerin vielmehr darauf, dass die Frisur zum Typ und auch zum Wetter passt. "An heißen Sommertagen, wenn man viel schwitzt, sind Hochsteckfrisuren am besten geeignet. Ein Look mit langen, lockigen Haaren sieht hingegen nach ein paar Stunden nicht mehr so gut aus", sagt die Friseurmeisterin. Ähnliches gelte bei Regen.

Kleine Blüten passen am besten

Möchte die Braut Blüten im Haar tragen, bringt sie diese meist selbst mit und bespricht die Auswahl vorher mit Florist und Friseur. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Rosen, Freesien, Gerbera, Gänseblümchen und viele andere Blumensorten lassen sich verarbeiten und halten den ganzen Tag. "Der Trick dabei ist, die Blüten vorher mit Haarspray einzusprühen. Dann welken sie nicht sofort", sagt Kasten. Nur nicht zu groß sollten die Blüten sein.

All diese Details bespricht sie einige Wochen vorher mit ihrer Kundin. Die Bräute kommen in der Regel ein bis zwei Monate vor der Hochzeit für eine erste Beratung vorbei. Dann wird nicht nur die Frisur ausprobiert, sondern auch gleich geschaut, welches Make-Up am besten passt.

Brautfrisuren zum Verlieben

Und wenn auf der Hochzeitsfeier doch mal ein kleines Missgeschick mit den Haaren passiert, so ist dies meist kein Problem. Mit einem leichten Haarspray und der Hand lassen sich die Haare wieder in Form bringen. "Außerdem fallen kleine, lose Haarsträhnen bei einem Vintage-Look nicht weiter auf", sagt Kasten. Sie rät davon ab zu viele Leute dann an den Haaren "rumzubbeln" zu lassen und auch ein Kamm mache meist mehr kaputt als zu helfen.

Eine kleine Hürde lässt sich jedoch bereits im Vorfeld meistern. Trägt die Braut einen Schleier im Haar, so sollte der Friseur einer der Begleitpersonen zeigen, wie der Stoff am einfachsten wieder aus dem Haar entfernt wird. Meistens trägt die Braut den Schleier nicht den ganzen Abend und so wird verhindert, dass beim Herausnehmen die Frisur zerstört wird.

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