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Wiedererkennungswert Das ideale Firmenlogo erstellen: 12 Erfolgsfaktoren

"Ein gutes Logo ist doch kein Hexenwerk." Wer so denkt, liegt in aller Regel falsch. Damit ein Firmenlogo den gewünschten Wiedererkennungswert bietet, muss es mehrere Eigenschaften miteinander vereinen. Welche das sind – und was darüber hinaus über Erfolg und Misserfolg entscheidet.

Ein Logo entwirft man nicht im "Handumdrehen". Nehmen Sie sich Zeit und überlegen Sie genau, was ihr Logo aussagen soll. Dabei müssen Sie aber immer bedenken, dass der Betrachter oft nur Bruchteile von Sekunden das Logo anschaut – und in dieser Zeitspanne erkennen muss, zu wem dieses Kennzeichen gehört.

1. Einfaches und klares Logo

Wenn Sie sich die erfolgreichsten Logos der Welt anschauen, werden Sie feststellen, dass diese durch ihre Klarheit und Einfachheit bestechen. Die Welle von Nike, der Apfel vom Apple, der Stern von Mercedes – sie alle konzentrieren sich auf einfache, schnell erfassbare Symbole. Die Logos haben einen so hohen Erinnerungswert, dass man sogar auf die Nennung des Namens verzichtet – das Logo alleine stellt den Kontakt zwischen Betrachter und Unternehmen her.

2. Unabhängig

Lassen Sie sich von Logos im Internet inspirieren – aber übernehmen Sie sie auf keinen Fall. Auf der einen Seite sind diese Zeichen ja bereits Symbole für andere Unternehmen. Auf der anderen Seite kann die Nutzung auch schlimme rechtliche Konsequenzen haben, weil Sie Urheberrechte verletzen. Auch bei Symbolen, die keinem Unternehmen zugeordnet sind, muss man wegen etwaiger Urheberrechte vorsichtig sein. Logos aus anderen Kulturkreisen können außerdem beispielsweise religiöse Bedeutung haben und sich deswegen negativ auswirken.

3. Keinen Standard

Besonders im Handwerk haben sich einige Symbole eingebürgert, die immer wieder in den Logos auftauchen. Bei Malermeistern der Pinsel beispielsweise. Doch mit der Verwendung solcher "bewährten" Zeichen, wird man dem Sinn eines Logos nicht gerecht. Es soll ja unterstreichen, dass Ihr Geschäft etwas besonderes ist. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Ein Pinsel verdeutlicht zwar, dass Sie Maler sind – aber es unterstreicht nicht, dass Sie sich von der Masse abheben.

4. (Un-)modern

Ein Logo erzielt seine Wirkung auch dadurch, dass es über viele Jahre hinweg unverändert bleibt. Orientieren Sie sich deshalb nicht an Farben oder Mustern, die gerade "in" sind. Gestalten Sie das Logo so, dass es im Laufe der Jahre vielleicht angepasst, aber nicht verändert wird. Der dreizackige Mercedes-Stern besteht in seiner aktuellen Form beispielsweise bereits seit über 100 Jahren (eingeführt wurde er 1909).

5. RGB und CMYK

Achten Sie auch darauf, dass die verwendeten Farben sowohl beim Druck, als auch im Internet eindeutig darstellbar sind. Während man im Druck mit vier Farben arbeitet (CMYK – Cyan, Magenta, Yellow, Schwarz), stellt ein Monitor alle Farben aus der Zusammenstellung von Rot, Gelb und Blau dar. Je nach Auswahl der Farbe kann es hier zu Abweichungen kommen. Es wäre aber nicht förderlich, wenn Ihr Logo auf der Internetseite in anderen Farbnuancen erscheint, als im Druck.

Wählen Sie Ihre Farben möglichst nicht nach einem Farbfächer (HKS, Pantone usw.) aus. Hier handelt es sich um sogenannte Sonderfarben, die extra gedruckt werden müssen und deshalb den Druck extrem verteuern.

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6. Nicht nur in Farbe

Ein Logo sollte aus möglichst wenige, kontraststarken Farben bestehen und auch in schwarz-weiß noch eindeutig erkennbar sein. Die Schwarz-Weiß-Variante sollte auch negativ gut darstellbar sein. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie Produkte mit dem Logo bedrucken wollen, die meist im sogenannten Tampondruck nur einfarbig gedruckt werden können.

7. In jeder Größe

Ein Logo sollte immer so gestaltet werden, dass es auch in einer sehr kleinen Ausführung noch eindeutig erkennbar ist. Auch deshalb sollten Logos immer einfach und aus wenigen Elementen bestehen. Wenn Sie beispielsweise Kugelschreiber als Give aways einsetzen wollen, sind verschnörkelte Logos so gut wie nicht zu erkennen.

8. In jeder Form

Insbesondere wenn Sie Ihr Logo mit Text versehen, sollten Sie von vorne herein verschiedene Varianten der Zusammenstellung festlegen. Ihr Logo wird später auf den verschiedensten Medien eingesetzt, die eine Anpassung fordern, um die Gesamtwirkung zu erhalten. Am Monitor brachen Sie beispielsweise eine andere Logozusammenstellung, als bei einem schmalen, aber hohem Roll-Up. Wichtig ist hier, dass lediglich die Zusammenstellung, nicht aber die Elemente verändert werden.

9. Kommunizierende Schriften

Schriften für Logos

Wenn Sie beim Logo nicht auf Schriften verzichten wollen, achten Sie darauf, dass die Schriften mit Ihrem Geschäft kommunizieren. Schriften, die beispielsweise für ein Modegeschäft wirken, sind bei einem Unternehmen für Schwermetall unangebracht. In unserer Abbildung zeigen wir einige Beispiele für kommunizierende Schriften.

10. Profi ranlassen

Sie sollten Ihr Logo selbst entwickeln – aber die Reinzeichnung, also die Druckvorlage, sollte von einem Grafiker angefertigt werden. Auch wenn Sie davon überzeugt sind, dass Ihre Vorlage perfekt ist oder Sie glauben, dass das Logo so einfach ist, dass man es nicht verbessern kann, werden Sie staunen, wie ein Grafiker Ihrem Firmensymbol den letzten Schliff gibt.

11. Corporate-Design-Guide

Das Logo ist zwar ein entscheidendes Element Ihres zukünftigen öffentlichen Auftritts – aber damit ist es nicht getan. Schauen Sie sich einmal im Internet um und Sie werden sicher eine ganze Reihe von Seiten finden, die negativ auffallen: Mal steht das Logo rechts oben, mal links unten, Fotos und grafische Elemente wirbeln wild durcheinander. Das Ganze wirkt unruhig und unprofessionell.

Sie sollten deshalb auch einen sogenannten CD-Guide anlegen. CD steht für Corporate Design und meint frei übersetzt das einheitliche Erscheinungsbild Ihres Geschäfts. Im CD-Guide wird zumindest festgelegt,

  • welche Farben für das Logo eingesetzt werden (CMYK, RGB und Grautöne für s/w-Verwendung) verwendet werden.
  • wie das Logo auf verschiedenen Flächen platziert wird (z. B. auf dem Briefpapier, bei Messeauftritte am Stand, an den Firmenfahrzeugen usw.)
  • welche Schrift als Hausschrift dient (die für die Korrespondenz genutzt wird, möglichst auch in Broschüren eingesetzt wird) und welche Schrift in Sonderfällen (z. B. Überschriften) eingesetzt wird.

In großen Unternehmen geht man im Corporate Design wesentlich weiter. So gibt es dort auch Vorlagen (Templates), die die Mitarbeiter bei PowerPoint-Präsentationen einsetzen müssen. So entsteht ein einheitliches Erscheinungsbild auf allen Ebenen. Die Erstellung eines so weit gehenden CD-Guides ist jedoch sehr aufwändig und letztlich auch kostspielig. Die oben genannten Mindestanforderungen sollten jedoch verbindlich festgehalten werden.

12. Logo konsequent einsetzen

Ihr Logo ist fertig und die Reinzeichnung liegt vor? Dann müssen Sie jetzt Ihren gesamten Auftritt nach außen konsequent umstellen. Vom Briefpapier über den Internetauftritt bis zum Firmenschild und der Fahrzeugbeschriftung müssen nun entsprechend umgestellt werden. Ein "alter" und "neuer" Auftritt nebeneinander führt nur zur Verwirrung und wird nicht den Effekt erzielen, den Sie sich wünschen.

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