Die Vereinten Nationen riefen am 19. August 2011 zum dritten Mal den Welttag der Humanitären Hilfe aus. Auch viele deutsche Handwerker engagierten sich.
Das Handwerk im humanitären Einsatz
Gut eineinhalb Jahre ist es her, dass ein verheerendes Erdbeben Haiti traf, hunderttausende Todesopfer forderte und weite Teile der Infrastruktur des Entwicklungslandes zerstörte. Hilfe wurde dringend benötigt, vor allem sauberes Wasser war Mangelware.
Die auf Wasseraufbereitung spezialisierte Firma Grünbeck aus Höchstädt beispielsweise verfügt über Know-how und Equipment, das in Katastrophengebieten benötigt wird und unterstützt die Haitianer bis heute bei der Trinkwasserversorgung. "Die Mitarbeiter haben unsere Hilfe für Haiti wirklich toll auf die Beine gestellt", berichtet Jörgen Hößler, Leiter der Geschäftseinheit Wasserversorgung. Der Handwerksbetrieb spendete eine mobile Wasseraufbereitungsanlage in Containerbauweise im Wert von 65.000 Euro, die pro Stunde etwa 900 Liter Oberflächen- oder Flusswasser zu Trinkwasser umwandelt.
Elektrotechniker sowie Installateure des Betriebes montierten die Anlage in vielen Überstunden in Deutschland. "Einer unserer Techniker war dann vor Ort um die Anlage in Betrieb zu nehmen", erzählt Hößler.
Im Nordosten Haitis, nahe der Hafenstadt Cap Haïtien, versorgt die Anlage heute das größte SOS-Kinderdorf Mittelamerikas mit Trinkwasser. "Wichtig war für uns auch, die Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf direkt für den Umgang mit der Anlage zu schulen, denn wir möchten den Menschen in Haiti möglichst lange helfen." Um dies sicherzustellen, sammelt der Handwerksbetrieb zusätzlich Spenden. "Bald schon wird eine zweite Wasseraufbereitungsanlage von uns auf dem Weg nach Haiti sein", kündigt Hößler an.
Gezielt und nachhaltig: Hilfe zur Selbsthilfe in Sri Lanka
Auch im von der Tsunami-Katastrophe betroffenen Sri Lanka wird bis heute Wiederaufbauhilfe geleistet. Als Ende 2004 weite Küstenabschnitte Südostasiens verwüstet wurden, herrschte auch bei den 700 Mitarbeitern des niedersächsischen Gebäudereinigerbetriebs LR Facility Services große Bestürzung. "Wir haben uns sofort entschlossen zu helfen. Ursprünglich wollten wir nur ein Dorf im Süden Sri Lankas unterstützen“, erzählt Geschäftsführer Friedhelm Hinsenhofen."
Aus der Nothilfe ist mittlerweile ein langfristiges Hilfsprojekt entstanden, von dem die ganze Region Tangalle im Süden des Inselstaates profitiert. "Insgesamt 400.000 Euro haben wir bislang in das Projekt gesteckt. Und jeder Euro kommt direkt vor Ort an, denn wir bezahlen sämtliche Verwaltungskosten aus eigener Tasche", berichtet Hinsenhofen stolz.
Jede Unterstützungsleistung stehe unter dem Anspruch, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. So wurden mit Frischwassertanks für fast 600 Dörfer sowie der Errichtung von sechs Kindergärten und einem Berufsbildungszentrum die Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung gelegt.
Durch die Vergabe von zinslosen Kleinkrediten geben die Gebäudereiniger hunderten Menschen außerdem die Möglichkeit, eigenständige Existenzen zu gründen. Hinsenhofen: "Wir haben ernorme Unterstützung durch unsere Mitarbeiter, aber auch von vielen Menschen außerhalb des Betriebes erfahren, die das Projekt mit Spenden unterstützen. Ohne ihre Großzügigkeit und Einsatzbereitschaft wäre das Projekt so nicht möglich gewesen."
dhz