Steuertipps -

Steuertipp Das gilt bei der steuerlichen Überlassung von Elektrofahrrädern

Stellt ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter ein betriebliches Fahrrad zur privaten Nutzung zur Verfügung, hoffen Lohnsteuerprüfer des Finanzamts, dass Lohnsteuernachzahlungen fällig werden. An welche Erlasse die Finanzämter und Lohnsteuerprüfer seit Anfang 2020 bei der steuerlichen Behandlung von Fahrrädern und Elektrofahrrädern gebunden sind.

Grundsätzlich ist die Überlassung eines Betriebsfahrrads lohnsteuerfrei, wenn dieses Gehaltsextra zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt wird (§ 3 Nr. 37 EStG).

Wird das Fahrrad im Rahmen einer Gehaltsumwandlung zur Verfügung gestellt, wird Lohnsteuer fällig. Hier dazu die wichtigsten Aussagen dieser gleich lautenden Erlasse vom 9. Januar 2020 im Schnellüberblick:

  • Grundsatz: Für die Privatnutzung (inklusive Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb) muss 1 Prozent der auf volle 100 Euro abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung pro Monat versteuert werden.
  • Ausnahme 1: Überlässt der Arbeitgeber das Fahrrad erstmals nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2031, beträgt der monatlich zu versteuernde geldwerte Vorteil 1 Prozent der "halben" auf volle 100 Euro abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung.
  • Ausnahme 2: Erfolgt die Fahrradüberlassung ab dem 1. Januar 2020, ist nur ein Prozent der "viertelten" auf volle 100 Euro abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung zu versteuern.
  • Keine Freigrenze: Die Grundsätze, wonach Sachzuwendungen in Höhe von maximal 44 Euro pro Monat steuerfrei bleiben, greifen bei der steuerpflichtigen Überlassung von Fahrrädern nicht.
  • Personalrabatt: Gehört die Fahrradvermietung zum Leistungskatalog des Arbeitgebers für Kunden, wird keine Steuer fällig, solange der geldwerte Vorteil nicht über dem Rabattfreibetrag von 1.080 Euro liegt.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten