Die Nachrichtenagentur dapd wächst über den deutschsprachigen Raum hinaus. Wie dapd-Gesellschafter Peter Löw am Montag in Berlin bekanntgab, hat die Agentur die französische Fotoagentur Sipa Press von der Mediengruppe Sud Communication übernommen.
dapd kauft Sipa Press
Berlin/Paris (dapd). Die Nachrichtenagentur dapd wächst über den deutschsprachigen Raum hinaus. Wie dapd-Gesellschafter Peter Löw am Montag in Berlin bekanntgab, hat die Agentur die französische Fotoagentur Sipa Press von der Mediengruppe Sud Communication übernommen. Da die Redaktion der dapd damit ab sofort auch auf das Bildarchiv des französischen Fotodienstes zurückgreifen könne, wachse damit nicht zuletzt auch das Angebot für die Kunden der dapd in Deutschland. "Wir verfügen damit über ein Bildarchiv, dass drei Mal so groß ist wie das unseres wesentlichen Wettbewerbers", sagte Löw.
Mit dem Archiv der Sipa Press kämen insgesamt 26,5 Millionen Fotos zu dem Speicher der dapd-Gruppe hinzu. Insgesamt könne die Fotoredaktion der dapd damit auf 35 Millionen historische und aktuelle Einzelaufnahmen zurückgreifen. Der Chefredakteur der dapd, Cord Dreyer, ergänzte: "Mit der Sipa Press schließen wir gleichzeitig eine Lücke - zwischen den aktuellen Fotos der dapd einerseits und unserem Archiv der ddp images andererseits."
Büro in New York und Akkreditierung fürs Weiße Haus
Die 1973 von Göksin Sipahioglu gegründete Sipa Press hat sich auf Reportage-Fotografie spezialisiert. Ihre Bilder zieren immer wieder die Titel bedeutender Magazine wie "Time". Neben ihren beträchtliche historische Archiven liefern die Fotografen der Sipa Press täglich 6.000 Bilder in mehr als 40 Länder. Die dapd-Gruppe verfüge mit der Übernahme nun unter anderem über ein eigenes Büro in New York und eine Akkreditierung für das Weiße Haus in Washington.
dapd-Gesellschafter Löw erklärte, die Sipa Press sei eine "gute Plattform" für künftige Aktivitäten der Gruppe in Frankreich. Er kündigte an, die Sipa Press in die dapd-Gruppe integrieren und in Frankreich zudem expandieren zu wollen. So sei für 2012 der Start sowohl eines Auslands- als auch eines Inlandsdienstes für Medien in Frankreich geplant. Dabei gehe es nicht um Fotos, sondern um Texte. Damit werde die "monostrukturelle" Agenturlandschaft aufgebrochen, in der bisher die Agence France-Presse (AFP) dominiere.
"Weitere Expansionsschritte sind nicht ausgeschlossen", sagte Löw. Parallel zu der Pressekonferenz mit Löw in Berlin gab der zweite Gesellschafter der dapd, Martin Vorderwülbecke, vor Journalisten in Paris die Übernahme der Sipa Press bekannt. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilten die neuen Eigentümer mit. Die dapd kooperiert für ihre Auslandsberichterstattung in Text und Bild zudem bereits seit Ende 2009 mit der Associated Press (AP).
Jahresumsatz der dapd steigt auf 40 Millionen Euro
In der dapd-Gruppe betreuen künftig Katharina Doerk (45) und Ulf Schmidt-Funke (46) die Aktivitäten der Sipa Press. Beide sind in der Gruppe als geschäftsführende Gesellschafter der Pressebildagentur ddp images für das Geschäftsfeld Foto zuständig. Heinrich Ollendiek (50) übernimmt zudem mit seiner Erfahrung bei der Umstrukturierung von Unternehmen die Geschäftsführung der Sipa Press. Mete Zihnioglu (54) bleibt unterdessen stellvertretender Geschäftsführer.
Die Nachrichtenagenturengruppe dapd versorgt rund 700 Kunden mit Nachrichten in Text-, Bild- und Videoformaten. Die dapd-Gruppe mit Sitz in Berlin ist aus der Fusion der Nachrichtenagentur ddp und des früheren deutschen Dienstes der amerikanischen Agentur Associated Press (AP) hervorgegangen. Wie Gesellschafter Löw am Montag sagte, wachse der Jahresumsatz der Gruppe von zuletzt 27 Millionen Euro mit der Übernahme der Sipa Press auf etwa 40 Millionen Euro.
(Unternehmensseiten: www.dapd.de; www.sipa.com; Pressemitteilung zur Übernahme: http://bit.ly/pPQ9PD)
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