Der Autokonzern Daimler hält Kurs auf ein Rekordjahr und setzt auf Kooperationen und Zukäufe, um seine Spitzenstellung zu verteidigen. In den ersten drei Monaten des Jahres sei der Absatz um zwölf Prozent gestiegen, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin.
Daimler im Jubiläumsjahr mit ehrgeizigen Zielen
Berlin (dapd). Der Autokonzern Daimler hält Kurs auf ein Rekordjahr und setzt auf Kooperationen und Zukäufe, um seine Spitzenstellung zu verteidigen. In den ersten drei Monaten des Jahres sei der Absatz um zwölf Prozent gestiegen, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin. Der Betriebsgewinn (Ebit) solle die Marke von rund 7,3 Milliarden Euro aus dem Vorjahr deutlich übertreffen. Heftige Kritik an seiner Strategie musste sich der Daimler-Chef von mächtigen Aktionärsvertretern anhören. Die Hauptversammlung beschloss für 2010 eine Dividende von 1,85 Euro je Aktie.
Ingo Spich, Portfoliomanager bei Union Investment, sagte, Daimler habe "eigentlich ein sehr erfreuliches Ergebnis" vorgelegt. Doch der Konkurrent BMW schneide bei der Wertentwicklung und der Gewinnmarge deutlich besser ab als der Stuttgarter Konzern. Daimler habe "keine klare Strategie" und gleiche einem "Gemischtwarenladen". Wesentliche Streitpunkte beim Treffen der Anteilseigner waren die jüngst verkündete Zusammenarbeit mit dem Zulieferer Bosch beim Bau von Elektromotoren und der Rückkauf des Motorenherstellers Tognum gemeinsam mit Rolls-Royce.
Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger warf der Daimler-Führung vor, durch die Zusammenarbeit mit Bosch die Kernkompetenz für die Gestaltung der Motoren aus der Hand zu geben. Konzernchef Zetsche wies dies zurück. Daimler wolle kooperieren, um über größere Stückzahlen den teuren Umbruch hin zu Elektromotoren wirtschaftlich besser bewältigen zu können.
Die geplante Tognum-Übernahme verteidigte Zetsche ebenfalls. Das Geschäft mit Motoren für Anwendungen abseits der Straße werde in den kommenden Jahren ungefähr doppelt so schnell wachsen wie die globale Wirtschaftsleistung. Das Marktvolumen betrage derzeit 30 Milliarden Euro. Die Ankündigung, den Anteil an dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS von 7,5 Prozent abstoßen zu wollen, stieß bei den Aktionären auf Zustimmung.
Daimler will in diesem Jahr mehr als 1,2 Millionen Autos der Marke Mercedes-Benz verkaufen, zusammen mit Smart sollen es mehr als 1,3 Millionen sein. Der globale Automarkt werde 2011 stark wachsen - trotz der Krisen in Japan und in der arabischen Welt. "Wir wollen das Jubiläumsjahr zu einem Rekordjahr machen", sagte Zetsche. Vor 125 Jahren hatten Gottlieb Daimler und Carl Benz das Auto erfunden.
Vor allem die Lastwagensparte legte in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres besonders stark zu. Daimler verkaufte dank des Aufschwungs eigenen Angaben zufolge 27 Prozent mehr Lkw. In der Autosparte setzt das Unternehmen auf neue Modelle. Nach dem Start der neuen C-Klasse und des neuen SLK zu Jahresbeginn kommen im Herbst die neue M-Klasse und die neue B-Klasse auf den Markt.
In den kommenden Jahren will Daimler den Spritverbrauch der Fahrzeugflotte deutlich senken. Dabei setzt der Konzern auf die Optimierung des Verbrauchs herkömmlicher Motoren sowie auf Hybrid- und Elektroantriebe. Die ab 2015 geltenden EU-Höchstgrenzen für den Kohlendioxid-Ausstoß werde der Konzern unterschreiten. Doch bis dahin ist noch einiges zu tun: Zuletzt stieß ein durchschnittliches Auto der Fahrzeugflotte 158 Gramm CO2 pro Kilometer aus, 2016 sollen es nur noch 125 Gramm sein.
Im vergangenen Jahr hatte sich der Konzern von der Krise erholt und 1,9 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 97,8 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn betrug 4,7 Milliarden Euro. Davon werden nun die Anleger profitieren. Die Hauptversammlung folgte einen Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat und beschloss die Ausschüttung einer Dividende von 1,85 Euro pro Aktie. Die Dividendensumme beträgt damit rund zwei Milliarden Euro.
In der Aufsichtsratssitzung im Anschluss an die Hauptversammlung wurde Manfred Bischoff erneut zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt.
Der Kurs der Daimler-Aktien stieg am Tag der Hauptversammlung um gut ein Prozent und damit in etwa so stark wie der DAX.
dapd
