E-Haus Daheim wächst das Netz

Die Verbände sehen im vernetzten Wohnen großes Marktpotenzial. Die Mitarbeiter sollen stärker geschult werden. Von Karin Birk

Je nach Bedarf Strom wählen, der günstig ist? Im vernetzten E-Haus kein Problem mehr.Foto: ZVEH, www.zveh.de/e-haus

Daheim wächst das Netz

Wer kennt sie nicht, die bohrenden Fragen: Ist der Herd aus? Ist das Dachfenster zu? Wer hat nicht schon auf dem Treppenabsatz umgedreht oder die Nachbarn angerufen? Dabei gebe es schon heute die Möglichkeit, Haushaltsgeräte, Fenster, Jalousien und vieles mehr miteinander zu vernetzen und sie vom Computer, Mobiltelefon oder Touch-Panel aus zu steuern, wie es das vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) aufgebaute E-Haus auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin gezeigt hat.

Noch sind es allerdings nicht allzu viele Bürger, die sich eine solche Technik leisten. Doch ihre Zahl wächst. "Es gibt immer mehr Menschen, die sich vorstellen können, ihre Haustechnik mit IPad oder I-Phone zu steuern“, sagt Bernd Dechert, Geschäftsführer Technik beim ZVEH. "Wir spüren eine Marktbeschleunigung“, fügt er hinzu. Im vergangenen Jahr hat die Branche bei einem Gesamtumsatz von rund 32 Milliarden Euro rund eine Milliarde Euro mit vernetzter Haustechnik umgesetzt.

Auch VDE-Vorstandschef Hans Heinz Zimmer sieht bei der intelligenten Heimvernetzung Zukunftspotenzial. Dies belege auch eine vom Verband Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) in Auftrag gegebene Studie. Sie zeige, dass sich heute schon knapp 17 Prozent der Bundesbürger vorstellen könnten, die elektronische Vernetzung der Geräte in den eigenen vier Wänden umzusetzen. Dabei sei das Interesse bei den Jüngeren allerdings deutlich höher als bei den Älteren. Doch das soll sich ändern: "Wir müssen den Nutzen für die Leute noch stärker in den Vordergrund stellen“, fordert auch Klaus Mittelbach, Chef des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Für Tim Müller, der als junger Berliner Elektroniker das E-Haus auf der Messe mit aufgebaut hat, ist das kein Problem: "Es ist einfach bequem, vom Wohnzimmersofa aus die ganze Haustechnik zu steuern“, sagt er und zeigt mit dem I-Pad in der Hand, wie er beispielsweise den Fernseher einschaltet und das Licht dimmt, die Heizung reguliert oder die Waschmaschine im Keller programmiert.

Als Vorteil sieht er auch, dass über intelligente Stromzähler Haushaltsgeräte so gesteuert werden können, dass sie möglichst dann Strom verbrauchen, wenn dieser besonders günstig ist.

Um die Technologien der Heimvernetzung voranzutreiben, kommt es nach Ansicht der Verbände jetzt darauf an, über mehr standardisierte Produkte die Kosten zu senken. Außerdem sollten die Mitarbeiter stärker in den neuen Technologien und ihren Anwendungen geschult werden.