Brennende Transporter in niederländischer Stadt Dachdecker-Konkurrenz eskaliert: Brandanschläge in Den Bosch

Die niederländische Stadt Den Bosch gilt als Ort mit einer besonders hohen Dichte an Dachdeckerbetrieben – entsprechend stark ist die Konkurrenz. Seit einigen Monaten ist hier ein regelrechter Kleinkrieg ausgebrochen, bei dem oftmals Transporter in Flammen stehen. Was geht da vor sich?

Brandanschläge auf Fahrzeuge von Dachdeckern
Symbolfoto: Im niederländischen Den Bosch kommt es immer wieder zu Explosionen und Brandanschlägen auf Fahrzeuge von Dachdeckern. - © arianarama - stock.adobe.com

Drohung? Abschreckung? Oder was steckt dahinter? Eigentlich kennt man es eher von Bandenkriegen im Drogenmilieu, dass Autos brennen und von vermeintlichen Konkurrenten in Brand gesteckt werden. In der niederländischen Stadt 's-Hertogenbosch – meist nur Den Bosch genannt – geschieht dies seit einigen Monaten regelmäßig. Dort sind es aber nicht die Autos der Drogenbosse, sondern die von Dachdeckern, die immer wieder in Flammen aufgehen. Zuletzt stand das Fahrzeug eines Dachdeckers in der Silvesternacht in Flammen und sorgte so für neue Berichte über die Serie von Brandanschlägen.

Die Stadt, die etwa 80 Kilometer südöstlich von Amsterdam liegt, hat rund 160.000 Einwohner und verhältnismäßig viele Dachdeckerbetriebe. Die Konkurrenz unter den Firmen scheint besonders stark zu sein. Zwar halten sich die Firmen schon seit dem Bekanntwerden der ersten Berichte über brennende Kleintransporter im Sommer 2024 bedeckt. Medienberichten zufolge haben die Ermittler, die den vermeintlichen Brandanschlägen nachgehen, noch kein offizielles Statement zu den Hintergründen abgegeben. Die Ermittlungen laufen. Doch nun hat sich angeblich der Dachdeckerverband "Netwerk Dakdekkers" eingeschaltet und einen Vorschlag zur Schlichtung vorgelegt.

Auftrags-Plattform soll Konkurrenz unter Dachdeckern regeln

Wie in verschiedenen Onlineberichten zu lesen ist, hat "Netwerk Dakdekkers" die Lage in Den Bosch bewertet und auch eine Einschätzung dazu veröffentlicht, wie der außer Kontrolle geratene Wettbewerb eingedämmt und das kriminelle Vorgehen beendet werden könnte. Schon über zwanzig Fahrzeuge – darunter private Pkw und Kleintransporter – sollen durch Brandsätze in Flammen aufgegangen sein. Die Fahrzeuge gehörten entweder angestellten Dachdeckern oder deren Arbeitgebern.

Wie die niederländische Nachrichtenseite Omroep Brabant berichtet, der die Einschätzung des Dachdeckerverbandes vorliegt, soll eine Auftrags-Plattform helfen, die angespannte Situation zu entschärfen. Sie soll künftig die Vergabe von Aufträgen an Dachdeckerbetriebe regeln. Zwischen den Betrieben scheinen zwei Fronten zu bestehen - die eine beschrieben als die der lokal bekannten Betriebe mit vollen Auftragsbüchern, die andere als die, die wohl mit günstigen Preisversprechen starken Konkurrenzdruck ausüben. Damit der Kampf um die Kunden nicht noch weiter eskaliert, sollen die Dachdeckerbetriebe ebenso wie die Gemeinde und auch interessierte Verbraucher über die Plattform zueinander finden. jtw