In seinem Betrieb ist jeder dritte Mitarbeiter ein Auszubildender und er beschäftigt auf eigene Kosten einen Vollzeit-Nachhilfelehrer für die wichtigsten Schulfächer: Dachdeckermeister Lars Thullesen aus Neumünster in Schleswig-Holstein ist mit dem Heribert-Späth-Preis für besondere Ausbildungsleistungen im Handwerk ausgezeichnet worden.
Bei der Preisverleihung in Bielefeldt hoben die Veranstalter hervor, dass im Betrieb von Thullesen Aus- und Weiterbildung eine herausragende Rolle spielt. Mit innovativen Ideen und internen Schulungen gelinge es ihm immer wieder, junge Menschen zu Spitzenleistungen bei Gesellenprüfungen und Leistungswettbewerben zu motivieren. Thullesen ist nicht nur Dachdeckermeister, sondern auch Meister im Klempner-, Zimmerer- und Maurerhandwerk.
Den "Grundstein" legen für späteren Erfolg
"Ausschlaggebend für die heutige Auszeichnung ist das Projekt 'Grundstein', etwas ganz Besonderes, das wir so im Handwerk noch nicht erlebt haben", sagte Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle (Saale), Vorsitzender der Mitgliederversammlung der Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk und Mitglied im Präsidium des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), in seiner Laudatio.
In seinem Projekt "Grundstein" beschäftigt Lars Thullesen auf eigene Kosten einen Vollzeit-Nachhilfelehrer für Mathematik, Physik, Chemie, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Erdkunde. Er unterrichtet auf dem Betriebsgelände rund 50 schwache Schüler aus den umliegenden allgemeinbildenden Schulen in Gruppen mit maximal 4 Schülern. Das verbessert deren Schulnoten, der Betrieb hat ein positives Image bei den Eltern in der Region und rekrutiert auch aus dieser Zielgruppe seinen Fachkräftenachwuchs.
Wer Lust hat, kann nach dem Unterricht noch im Betrieb jobben, um sein Taschengeld aufzubessern. Darüber hinaus leiten begabte Auszubildende bereits am Ende der Ausbildung eigene Baustellen. Zu Beginn des letzten Lehrjahres gibt es einen ausführlichen Ausbildungspass, um vorhandene Defizite beheben und Stärken unterstützen zu können.
Der mit 3.000 Euro dotierte Heribert-Späth-Preis wird seit 1997 jährlich von der Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk vergeben. dhz
Mehr Informationen zum Projekt "Grundstein" unter thullesen.de/grundstein