Hundt hält an Mini-Jobs fest CSU wirbt für Ein-Euro-Jobs

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) fordert mehr Anstrengungen bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik. "Deutschland hat europaweit die am stärksten verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit", sagte Haderthauer der "Leipziger Volkszeitung" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Angesichts dessen sei eine Arbeitsmarktpolitik nötig, die wirklich aktiviert.

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CSU wirbt für Ein-Euro-Jobs

Landau/Leipzig (dapd). Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) fordert mehr Anstrengungen bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik. "Deutschland hat europaweit die am stärksten verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit", sagte Haderthauer der "Leipziger Volkszeitung" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Angesichts dessen sei eine Arbeitsmarktpolitik nötig, die wirklich aktiviert. "Daher ist es gerade jetzt nötig, aktivierende Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs auszubauen, anstatt sie einzuschränken", sagte Haderthauer. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt machte sich für Mini-Jobs stark.

Mit Blick auf die ab Mai geltende völlige EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit sagte Haderthauer, Lohnuntergrenzen in vielen Branchen schöben Lohndumping und einem Verdrängungswettbewerb zulasten deutscher Arbeitnehmer einen Riegel vor. Weitere Erleichterungen für Arbeitnehmerzuwanderung lehnte sie ab. "Statt über angeblich zu strenge Regeln zu klagen, sollte die Wirtschaft sich stärker auf die Bedingungen konzentrieren, die sie Spitzenkräften bietet", sagte sie. Es gebe zu viele befristete Arbeitsverträge. Außerdem müsse die Arbeitswelt jungen Eltern wirklich gerecht werden.

Hundt warnte vor dem leichtfertigen Verzicht auf flexible Beschäftigungsformen wie Mini-Jobs. Sie blieben für Unternehmen und Arbeitsmarkt ein Jobmotor und dürften nicht als prekäre Arbeit diffamiert werden, sagte Hundt der Landauer "Rheinpfalz am Sonntag". Zeitarbeit, befristete Beschäftigung und andere flexible Modelle sicherten der Wirtschaft die notwendige Beweglichkeit im globalen Wettbewerb. Sie erleichterten es den Unternehmen, Arbeitsplätze zu schaffen.

Hundt sagte, flexible Beschäftigungsformen für Geringqualifizierte und Arbeitslose seien ein wichtiges Sprungbrett in den Arbeitsmarkt. "Ich warne davor, wertvolle Chancen für den Einstieg in Arbeit aus ideologischen Gründen zu verbauen", betonte Hundt. Flexible Beschäftigungsmodelle trügen erheblich dazu bei, dass Deutschland in diesem Jahr auf einen Rekord bei der Zahl der Erwerbstätigen zusteuere.

dapd