Automobilkrise CSU will Hilfen deutscher Autokonzerne für Opel

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat die deutschen Autohersteller aufgefordert, ein Konzept zu einer Kooperation oder Übernahme von Opel vorzulegen.

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CSU will Hilfen deutscher Autokonzerne für Opel

Dobrindt sagte der "Bild"-Zeitung, die deutschen Autohersteller hätten nun "die einmalige Gelegenheit, sich mit Opel im besonders zukunftsträchtigen Segment der Klein- und Mittelklassewagen breiter aufzustellen".

Zugleich forderte der CSU-Generalsekretär den US-Mutterkonzern General Motors (GM) auf, den Weg für einen Neuanfang von Opel freizumachen. "Deutschland muss GM klarmachen, dass es Finanzhilfen vom Bund nur gibt, wenn im Gegenzug Opel aus dem GM-Konzern herausgelöst wird. Zu einem Neuanfang gehört auch, dass GM endlich seine konzerninternen Schulden von über eine Milliarde Euro bei Opel begleicht."

Auch die geschäftsführende Ministerpräsidentin Thüringens, Birgit Diezel (CDU), sagte im ARD-"Morgenmagazin", dass jetzt die Opel-Konzernleitung in Rüsselsheim gefordert sei. Thüringen, wo im Eisenacher Werk 1.800 Mitarbeiter beschäftigt sind, sei jedenfalls bereit, über "alle Instrumentarien" zu sprechen, die die Standorte in Deutschland sichern könnten. Sie denke dabei an "Darlehen, Bürgschaften, auch bis zu Beteiligungen". Sie befinde sich in Gesprächen mit Opel, mit dem Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium. Zudem gebe es Gespräche mit möglichen Partnern im Ausland.

Für den Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, Willi Diez, kommen deutsche Autohersteller nicht als strategischer Partner für Opel in Frage. Volkswagen baue zwar von 2012 an die Kleinwagen-Familie "up" und könnte sich daher für eine Fertigung im Opel-Werk Eisenach interessieren, sagte Diez der Zeitung. Dennoch sei die Wahrscheinlichkeit gering, dass ausgerechnet VW den Erzrivalen auf dem Inlandsmarkt unterstützen würde. Das gleiche gelte für Mercedes und BMW, die bereits gemeinsam Hybridmotoren entwickeln und beim Einkauf kooperieren wollen.

Anders sehe es bei der Gruppe PSA Peugeot/Citroën aus, die zuletzt Verluste eingefahren habe und Geld aus dem französischen Rettungsfonds benötige. PSA fehle anders als Renault/Nissan und Fiat/Chrysler ein starker Allianz-Partner, der beim Einsparen beträchtlicher Kosten helfe.

Auch im indischen Tata-Konzern, der bereits Jaguar und Land Rover übernommen hat, sowie in den chinesischen Herstellern Chery und Geely sieht Diez potenzielle Interessenten für Opel. Opel beschäftigt am Stammsitz im hessischen Rüsselsheim sowie in Bochum, Eisenach (Thüringen) und Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) gut 25.000 Mitarbeiter.

ddp