Konjunktur Creditreform: Mittelstand stark wie selten

Von Aufschwung will angesichts von Euro-Krise und wackliger Banken kaum noch einer reden. Doch der deutsche Mittelstand wächst unbeirrt weiter, wie die neuen Zahlen der Auskunftei Creditreform zeigen. Nur die Dynamik der Konjunktur lässt etwas nach.

Im Mittelstand geht der Aufschwung weiter, die Auftragsbücher sind voll. - © Fotolia

Creditreform: Mittelstand stark wie selten

Die negativen Wirtschaftsnachrichten machen den kleinen und mittleren Betrieben keine Angst. Von Krisenstimmung sei im deutschen Mittelstand nichts zu spüren, urteilt Creditreform. Im Gegenteil: Die 4.200 befragten Firmen der Herbstumfrage bewerten ihre derzeitige Geschäftslage so gut wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. 60,5 Prozent der Mittelständler gaben an, dass ihre Lage gut oder sehr gut sei. "Es sind unglaubliche Werte, doch es ist so", sagte Creditreform-Chef Helmut Rödl.

Boomende Branchen

Zum Beispiel bei den Umsatzzuwächsen: Mehr als 40 Prozent der befragten Firmen - sie kommen zu einem Großteil aus dem Handwerk - gelang es, den Umsatz gegenüber dem ohnehin schon starken Frühjahr zu steigern.

Zu den boomenden Branchen zählen das Baugewerbe und das Verarbeitende Gewerbe. Den besten Saldo innerhalb des Mittelstands hat die Elektrotechnik mit plus 44 Punkten in der Analyse. Die hervorragende Lage bestätigt auf Anfrage auch das Elektrohandwerk, dessen jüngste Konjunkturzahlen in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden.

Mitarbeiterzuwachs

Am deutlichsten wird der stabile Aufschwung laut Rödl aber beim Arbeitsmarkt. Gut jedes dritte Unternehmen hat zwischen Frühjahr und Herbst die Zahl der Mitarbeiter erhöht. Besonders hoch war die Personalnachfrage im Verarbeitenden Gewerbe. Allein am Bau sank die Beschäftigung, was auch mit saisonalen Effekten zu tun gehabt habe.

Und Zuversicht ist auch für die nächste Zeit gegeben. Das Niveau bleibt weiter hoch, allerdings lässt die Dynamik des Aufschwungs etwas nach. Der Anteil derer, die Zuwächse erwarten, ist seit Frühjahr von 32 auf 29 Prozent geschrumpft. "Damit fallen die diesjährigen Umsatzerwartungen des Mittelstands hinter die Boomjahre 2006, 2007 und 2010 zurück", sagte Rödl. Aber dies sei Grund zur Panik. Rödl: "Der Mittelstand hat sich von der beginnenden Krisenstimmung nicht anstecken lassen."