Alles neu macht der Mai. Das alte Sprichwort hat sich Volkswagen Nutzfahrzeuge zu Grunde gelegt. Alles haben die Hannoveraner zwar nicht neu gemacht, doch haben sie ihre Transporterpalette aufgehübscht. Der Caddy sowie der T5 erhielten neue Motoren. Mehr als nur ein neues Aggregat erhielt der Crafter. Von Patrick Choinowski
Crafter mit neuer Front und "grünen" Motoren
36 Jahre nach der Einführung des LT 1 bringt Volkswagen Nutzfahrzeuge nun die vierte Generation des Crafter auf den Markt. Seither wurden fast eine Million Einheiten des 3,5-Tonners verkauft. Auf die nächste Million will VW nicht mehr so lange warten. Mit dem Crafter 2011 soll der Marktanteil gesteigert und der zweite Platz in Deutschland erobert werden.
Ambitionierte Ziele, die Volkswagen Nutzfahrzeuge mit seinem größten Transporter anstrebt. Um diese zu realisieren, wurde am Crafter – im Vergleich zum Vormodell, das seit 2006 auf dem Markt war – einiges verändert. Die Frontpartie erscheint nicht mehr so monströs und globig. Der Kühlergrill verläuft nun horizontal und fügt sich in die gemeine VW-Design-DNA ein. Die neue Front lässt den Crafter tatsächlich kraftvoller und dynamischer erscheinen. Auch Sitze und Cockpit wurden nun dem Erscheinungsbild der übrigen VW-Modelle angepasst.
Drei Turbodiesel-Motoren
Die wesentlichsten Änderungen wurden jedoch am Herzstück, dem Motor, vorgenommen. Drei 2,0 l-Turbodiesel stehen zur Auswahl. Alle drei laufen bereits im T5 und Amarok, wurden für den Crafter aber weiter optimiert. So wurde beispielsweise der Drehmoment vergrößert und der Verbrauch laut Hersteller um bis 1,7 l/100 km deutlich reduziert. Die 80 kW-Maschine erscheint auf den ersten Blick attraktiv. Doch stellte sich bei ersten Testfahrten der Deutschen Handwerks Zeitung bei der Präsentation des neuen Crafter in Malmö heraus, dass das Fahrzeug mit Beladung wohl noch etwas müder sein wird, als es sich schon ohne Ladung verhält. Kräftiger sind da der 100 kW- oder sogar 120 kW-starke Motor, mit denen Fahrspaß garantiert ist. Alle Modelle (insgesamt gibt es 36 Varianten und knapp 400 Versionen) profitieren auf jeden Fall von der Gewichtseinsparung bei den Motoren. Dadurch steigt nämlich die Nutzlast um bis zu zehn Prozent. Das entspricht auf einem Crafter mit Pritsche in etwa 90 kg.
Im Vordergrund der neuen Aggregate stand bei der Entwicklung der Umweltaspekt. So ist jedes Modell mit der BlueMotion-Technologie erhältlich. Der "grüne“ Crafter mit Start-Stopp-Funktion ist allerdings optional und nicht serienmäßig eingebaut. Das umweltfreundliche Aggregat gibt es ausschließlich als 100 kW-Maschine und kostet bis zu 3.000 Euro Aufpreis.
Die Grundversion des Crafter 2011 steht ab 27.410 Euro beim VW-Nutzfahrzeuge-Händler.