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Steuertipp Corona-Krise: Steuerliche Behandlung von Zuwendungen an Geschäftspartner

Geht es einem Geschäftspartner wegen der Corona-Krise finanziell nicht gut und er bekommt Unterstützung von Unternehmen, stellt sich die Frage, wie diese Unterstützungsleistungen steuerlich zu behandeln sind. Die Antwort: Es kommt darauf an, wofür die Unterstützungsleistungen gewährt werden.

In einem ausführlichen Schreiben des Bundesfinanzministeriums gelten bei Unterstützungsleistungen eines Unternehmers an einen Geschäftspartner folgende steuerliche Besonderheiten (BMF, Schreiben v. 9.4.2020, Az. IV C 4 – S 2223/19/10003:003):

  • Sponsoring: Handelt es sich bei den Zahlungen eines Unternehmers um Sponsoringleistungen, kann er diese Zahlungen in voller Höhe als Betriebsausgaben abziehen. Sponsoringzahlungen liegen vor, wenn sich der Zahlende öffentlichkeitswirksame Werbung verspricht, indem der Empfänger der Zahlungen auf die Unterstützung hinweist.
 
  • Geschenke: Wendet ein Unternehmer einem wegen der Corona-Krise finanziell schwächelnden Geschäftspartner kostenlos Waren, Dienstleistungen oder Anlagevermögen zu, darf er die Ausgaben in voller Höhe als Betriebsausgaben abziehen. Die Abzugsbeschränkung für Geschenke im Wert von mehr als 35 Euro je Empfänger und Jahr nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG greift nicht.

Steuertipp: Der empfangende Unternehmer muss die Zuwendungen stets als Betriebseinnahme dem Gewinn hinzurechnen. Bei Geldzuwendungen ist es einfach. Die Höhe der zu versteuernden Betriebseinnahme entspricht hier dem Geldbetrag. Bei Gewährung von Waren, Anlagevermögen oder von Dienstleistungen, muss der gemeine Wert der Zuwendung als Betriebseinnahme versteuert werden. Der gemeine Wert ist der Wert, den ein Kunde für die Gegenstände oder Dienstleistungen zahlen müsste.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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