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Entlastung für Autofahrer Corona-Krise: Kfz-Versicherungen wollen Geld erstatten

Einige Versicherer wollen ihren Kfz-Versicherungskunden Beiträge zurückzahlen, sofern sie in diesem Jahr coronabedingt weniger fahren. Welche Anbieter eine Reduzierung anbieten und wie die Versicherer ihre Kunden außerdem unterstützen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Wer aufgrund der aktuellen Situation sein Auto nun weniger nutzt, für den kann es sinnvoll sein, die vor Jahresbeginn angegebene Jahreskilometerleistung der Kfz-Versicherung kritisch zu prüfen. Das empfiehlt der Bund der Versicherten (BdV). Sollte sich demnach für Autofahrer bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine Veränderung klar abzeichnen, sollte der angegebene Wert gegenüber dem Versicherer korrigiert werden. Das führe zu einer entsprechenden Neuberechnung der Jahresprämie, heißt es in der Pressemitteilung der BdV.

Weniger Fahrten, weniger Kosten

Wer weniger fährt, muss auch entsprechend weniger Beitrag zahlen, stellt auch der Versicherer Allianz Deutschland klar. Kunden, die coronabedingt in diesem Jahr deutlich weniger fahren als geplant, sollen hier am Ende ihres Versicherungsjahres Geld zurückbekommen, wie Frank Sommerfeld, der Chef der Sachversicherung bei der Allianz Deutschland, sagte. Auch die HUK Coburg hat ein Entgegenkommen signalisiert. Die Versicherer reagieren damit auf entsprechende Anfragen ihrer Kunden. Wegen der Ausgehbeschränkungen in vielen Ländern ist der Autoverkehr zurückgegangen – mit der Folge, dass es auch weniger Unfälle gibt.

Auch der ADAC will seine Kunden entlasten und bietet ihnen günstigere Versicherungsbeiträge, wenn sie weniger fahren. Bei den meisten Versicherern würden sich die zahlenden Beiträge an Schwellenwerten wie 9.000, 12.000 und 15.000 Kilometer orientieren, berichtet der ADAC auf seiner Website.

Beitragsfreie Ruheversicherung ohne amtliche Stillegung für Unternehmer

Da Zulassungsstellen aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus geschlossen oder die Öffnungszeiten stark eingeschränkt sind, bietet auch die Gothaer Allgemeine eine Soforthilfe an: „In Zeiten dieser Krisensituation möchte wir unsere Kfz-Unternehmerkunden nicht alleine lassen und haben mit der beitragsfreien Ruheversicherung ohne amtliche Stilllegung ein schnelles und unkompliziertes Angebot entwickelt, das unsere Kunden finanziell entlasten soll“, erklärt Frank Edelmeier, Leiter der Kraftfahrt Privat- und Unternehmerkunden der Gothaer. Die Regelung gilt für alle Nutzfahrzeuge wie Lieferwagen, Lkw, Sattelzugmaschinen, für alle (Klein-)Busse sowie für alle Taxen und Mietwagen. Kfz-Unternehmerkunden können die unbürokratische Soforthilfe noch bis zum 30. April 2020 in Anspruch nehmen.

Mundschutz am Steuer: Was ist beim Tragen zu beachten?

Egal ob gekauft oder selbst genäht: Im Zuge der Corona-Epidemie setzen immer mehr Menschen einen Mundschutz auf. Was gilt hier beim Autofahren?

  • Erkennbarkeit: Wer den Mundschutz auch hinter dem Steuer des Autos tragen will, muss darauf achten, dass man für andere noch klar erkennbar bleibt. Genauer gesagt geht es darum, dass die ausschlaggebenden Gesichtszüge im Wesentlichen weiterhin auszumachen sind, erklärt Rechtsanwältin Daniela Mielchen aus Hamburg. Diese Regel gilt generell für Kopfbedeckungen, Kostüme, Gesichtsschmuck, Brillen oder auch eine Gesichtsbemalung. "Ansonsten droht ein Bußgeld von 60 Euro", sagt Mielchen mit Verweis auf die Straßenverkehrsordnung (StVO). Und lässt sich ein Verkehrsteilnehmer im Nachhinein etwa auf einem Blitzerfoto nicht identifizieren, kann die Straßenverkehrsbehörde für Fahrzeughalter das Führen eines Fahrtenbuches anordnen.
  • Sicht des Fahrers darf nicht gestört sein: Ein Mundschutz darf auch nicht die Sicht der Fahrenden stören. Für Brillenträger kann das wichtig sein: Durch den Mund- und Nasenschutz beschlagen die Brillengläser schon mal. "Sollte dies der Fall sein, muss die Maske sofort abgesetzt werden, da andernfalls eine Sichtbeeinträchtigung droht", so die Rechtsanwältin. Was für die Fahrer gilt, ist allerdings für die anderen Insassen im Auto egal. Sie dürfen unterwegs jederzeit eine Maske tragen –  unabhängig von der Beschaffenheit und der Größe. dpa

Versicherer entlasten auch in anderen Bereichen

Bereits zuvor haben große Versicherer verkündet, ihren Kunden in der Corona-Krise auch in anderen Versicherungsbereichen entgegen zu kommen. "Wir haben bei einigen Dingen Deckungserweiterungen vorgenommen", sagte Bernd Heinemann, Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur. So seien in Familien nun alle Kinder zu Hause ohne Zusatzkosten unfallversichert. "Das gilt für alle Allianz-Kunden, ob Sachversicherung, Kranken oder Leben." In der Kfz-Versicherung lockert die Allianz zudem die branchenüblichen Beschränkungen, wer ein Auto fahren darf: Der Fahrerkreis wird um Angehörige und freiwillige Helfer erweitert, wie Heinemann sagte. "Wenn Kunden in Zahlungsschwierigkeiten geraten, bieten wir individuelle Lösungen an", sagte der Allianz-Manager. "Das kann eine Stundung der Beiträge sein oder auch eine vorübergehende Änderung des Versicherungsumfangs. Wir passen das laufend an."

Auch die Generali-Gruppe hat in Deutschland einen Nothilfefonds in Höhe von 30 Millionen Euro eingerichtet, der vor allem für Firmenkunden und "junge Geschäftspartner" gedacht ist, wie die in München beheimatete deutsche Generali mitteilte. Von diesem Geld sei unter anderem eine Online-Plattform ins Leben gerufen worden, auf der Unternehmen und Kunden Informationen finden, die ihnen helfen, die richtigen Schritte zur Beantragung von Unterstützungsleistungen vorzunehmen. ew/mit Inhalten von dpa

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