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Erfolgreich finanzielle Hilfen erhalten Corona-Kredit: Perfekt vorbereitet fürs Bankgespräch

Viele Handwerksunternehmer sind auf Gelder von Banken angewiesen, um die Corona-Krise gut zu überstehen. Damit die Beantragung des Corona-Kredits erfolgreich verläuft, sollten Chefs sich gut auf das Bankgespräch vorbereiten. Dabei hilft es, im Vornherein zehn Fragen zu beantworten.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Die Krise ist da. Die Aufträge schwinden, die Ausgaben bleiben. Viele Handwerker brauchen jetzt eine Geldspritze, um über die Runden zu kommen. Für sie ist es wichtig, so schnell wie möglich einen Termin mit dem Berater bei der Hausbank zu vereinbaren. Je besser dieses Gespräch vorbereitet ist, desto besser kann die Bank helfen, die passenden Programme zu finden und schnell zu einer Entscheidung zu kommen. „In den meisten Fällen handelt es sich bei den Corona-Hilfen um Kredite, die zurückgezahlt werden“, erklärt Heinz-Oliver Lehnhardt, Leiter Corona Task-Force Kredit von der Berliner Volksbank. „Daher müssen sie gut dosiert sein, ähnlich wie eine Medizin, die wirken soll. Zuviel davon kann schädlich sein; zu wenig hilft nicht.“

Zehn wichtige Fragen für ein erfolgreiches Bankgespräch

Auf diese Fragen sollten sich Handwerksunternehmer vor dem Bankgespräch vorbereiten:

  1. Wie beschreibt sich das Geschäftsmodell im Detail?
  2. Wie stellte sich die Situation des Geschäfts vor der Corona-Pandemie dar?
  3. Wie wirkte sich die Corona-Pandemie auf das Geschäft aus?
  4. Welche Umsatzeinbußen sind schon verzeichnet?
  5. Wie kann belegt werden, dass diese auf die Corona-Krise zurückzuführen sind?
  6. Mit welchen Umsatzeinbußen ist in den nächsten Monaten zu rechnen?
  7. Von welchen Szenarien wird dabei ausgegangen?
  8. Wie hoch ist der Kreditbedarf in den nächsten zwölf Monaten?
  9. Welcher Eigenbetrag kann geleistet werden?
  10. Können zum Beispiel durch Kurzarbeit, Stundung von Mieten oder Unterbrechung von Verträgen Kosten reduziert werden?

Je detaillierter die Situationsbeschreibung desto besser die Kredit-Chancen

Jedes Kreditgespräch ist unterschiedlich. Der Verlauf hängt vom Geschäftsmodell und der Situation ab. „Je besser der Kunde sein Geschäft beschreibt sowie Informationen über Auftraggeber und Auftragnehmer geben kann, desto besser kann sich der Bankberater ein umfassendes Bild über das Handwerksunternehmen machen“, erklärt Lehnhardt. Wenn nötig, wird der Bankberater Unternehmer bitten, weitere Unterlagen und Informationen vorzulegen. Chefs können nachfragen, wenn ihnen etwas unklar ist, und sich nach dem Ablauf des Weiteren Prozesse erkundigen: Wann kann mit der Zusage gerechnet werden, wann mit der Auszahlung? Auf klare Vereinbarungen sollte gepocht werden.

Vorherige wirtschaftliche Schwierigkeiten offen kommunizieren

Besonders knifflig wird es, wenn Unternehmen schon vor der Corona-Krise wirtschaftliche Probleme hatten, die sich nun verschärfen. Kreditexperte Lehnhardt rät auch dann zu absoluter Offenheit: „Der Beschreibung der genauen Situation des Unternehmens kommt in einem solchen Fall eine noch größere Bedeutung zu. Nur so kann die Hausbank mit dem Kunden nach einer für beide Seiten fairen Lösung suchen.“

Corona-Kredit: 5 Tipps fürs Bankgespräch

  1. Den Steuerberater kontaktieren: Er hilft dabei, den Liquiditätsbedarf zu ermitteln und die erforderlichen Unterlagen zusammenzustellen. Vielleicht begleitet er sogar zum Bankgespräch.
  2. Überblick verschaffen: Einnahmen, Ausgaben, Vermögen, Verbindlichkeiten wie Lebens- und Rentenversicherungen sowie bestehende Kredite, Darlehen und Bürgschaften sollten geprüft werden.
  3. Fragen vorab schriftlich beantworten: Das gibt sowohl Handwerkschef als auch Bankberater Sicherheit.
  4. Angaben belegen: Jahresabschlüsse, Einnahmen-Überschussrechnungen, betriebswirtschaftliche Auswertungen sowie eine schriftliche Maßnahmen- und Liquiditätsplanung stützen die gemachten Angaben.
  5. Auf Formulare zurückgreifen: Genutzt werden sollten die Formulare, die auf der Website der Hausbank bereitgestellt werden.
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