Genfer Autosalon Colibri: Thüringer Tüftler stellen Elektromobil vor

Die Elektroautos sind zu teuer, ihre Wintertauglichkeit steht in Zweifel. Sie werden im Handwerk mit Skepsis betrachtet. René Grüneberger vom Umweltzentrum des Handwerks Thüringen setzt seine Hoffnungen auf eine Neuentwicklung, die Ingenieure aus Jena vom 7. bis 17. März auf dem Genfer Autosalon zeigen werden.

Neuer Elektroflitzer: Der IMA Colibri erlebt auf dem Genfer Autosalon im März seine Weltpremiere. - © Foto: Innovative Mobility

Der IMA Colibri soll gegenüber einem vergleichbaren konventionellen Kleinstwagen mit Verbrennungsmotor in der Gesamtkostenrechnung ein Einsparpotenzial von bis zu 40 Prozent bieten. Auch in der Anschaffung sei der Colibri durchaus attraktiv. "Wenn die Elektroautos bezahlbar werden, dann dürfte auch die Akzeptanz im Handwerk steigen", hofft Grüneberger.

Noch gibt es vom Colibri nur einen Prototypen, aber Ende 2014 will die Firma Innovative Mobility Automobile (IMA) ihre Entwicklung zum Preis von 8.900 Euro in den Handel bringen zuzüglich einer monatlichen Leasinggebühr von 55 Euro für die Batterie, die bei Defekt kostenfrei ausgetauscht werde.

Ein Leichtgewicht

Als Einsitzer ist der Colibri leicht genug, um wie ein Quad in der Klasse L7e zugelassen zu werden. Trotzdem habe das Fahrzeug den Euro-NCAP-Crashtest bestanden und verfüge sogar über Seitenaufprallschutz. Der Rahmen basiert auf einer Spaceframe-Konstruktion, die leichter und steifer ist als eine herkömmliche selbsttragende Karosse.

Durch den Einsatz von Magnesium, Aluminium und hochfestem Stahl haben die Entwickler ein Leergewicht von 340 kg erreicht. Zudem ist das wendige City-Auto mit nur 2,60 m Länge, 1,05 m Breite und 1,30 m Höhe bei der Parkplatzsuche in engen Innenstädten bes-tens. Für den Einsatz im Handwerk bietet der Colibri einen abschließbaren Kofferraum mit einem Volumen von 180l. "Wenn der Meister zum Kunden fährt, reicht das meistens aus. Auch für Servicetechniker im Elektrohandwerk ist das Fahrzeug durchaus geeignet", sagt Umweltexperte Grüneberger.

Laden per Smartphone

Bei den Fahreigenschaften muss sich der Colibri ebenfalls nicht verstecken. In neun Sekunden beschleunigt der Elektroflitzer von 0 auf 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h.

Seine Kraft bezieht der Colibri aus einem 6,3 kWh starken Akku, der eine Reichweite von rund 120 Kilometern ermöglichen soll. Nach Angaben von IMA ist die Batterie in nur zwei Stunden an einer normalen Haushaltssteckdose wieder aufgeladen, Kosten: 1,50 Euro. Außerdem kann der Ladevorgang per Smartphone oder Tablet-PC gesteuert werden. ste