TV-Sendung "Kaffee oder Tee" Chocolatier gibt Tipps vor 160.000 Zuschauern

Eine Pralinen-Kreation machte den Schokoladenspezialisten Eberhard Schell berühmt. Inzwischen präsentiert er seine Tipps im Fernsehen vor 160.000 Zuschauern

Sabine Zoller

Der Chocolatier Eberhard Schell tritt zusammen mit Moderatorin Heike Greis als TV-Konditormeister im SWR auf. Die Sendung "Kaffee oder Tee" erreicht täglich mehr als 160.000 Zuschauer. - © Sabine Zoller

Wenn du wieder in Baden-Baden bist, musst du mir unbedingt mehr Essigschleckerle mitbringen!“ Augenzwinkernd verabschiedet sich eine TV-Kollegin von Konditormeister Eberhard Schell im SWR-Fernsehstudio und verschwindet hinter den Kulissen von "Kaffee oder Tee“. Bereits seit 2006 unterstützt der Gundelsheimer Konditormeister das Moderatorenteam der Sendung und gibt als Experte Tipps, wenn es um die süßen Dinge des Lebens geht: Eis, Desserts, Pralinen und natürlich Schokolade. Auch mit Weinen kennt er sich aus.

Eigene Pralinen-Kreation: Das Essigschleckerle

Angefangen hat alles mit einem Anruf. "Ich wurde ins Fernsehstudio nach Baden-Baden eingeladen, um meine eigene Praline, das Essigschleckerle, vorzustellen“, sagt Schell. Die auf den ersten Blick eigentümlicherscheinende Verbindung von Weinessig und Schokolade war so erfolgreich, dass sie bundesweit als einzige Praline ein Patent erhielt. Das Prädikat gilt für ungewöhnliche Zutaten und neue Geschmackskompositionen. Auch der Eintrag ins Guiness- Buch der Rekorde überzeugte die SWR-Redaktion, die Schell als kreativen TV-Konditormeister engagierte.

Chocolatier tritt in TV-Sendung "Kaffee oder Tee" auf

In der Nachmittagssendung, die live aus dem Fernsehstudio in Baden-Baden übertragen wird und täglich mehr als 160.000 Zuschauer erreicht, tritt der Experte mehrmals im Jahr in der Rubrik "Besser leben“ auf und präsentiert raffinierte Geschmackserlebnisse. Schells Heimat liegt etwa einhundert Kilometer nördlich von Baden-Baden, im malerischen Deutsch­ordenstädtchen Gundelsheim am Neckar. Inmitten der verwinkelten Altstadt steht das Konditorei-Fachgeschäft mit Café , das seit drei Generationen im Familienbesitz ist.

Qualität der Zutaten spielt eine große Rolle

Zusammen mit seiner Frau Renate hat sich Schell der Schokolade verschrieben. Dabei achten sie besonders auf die Qualität der Zutaten – egal ob bei Pralinen, Kuchen oder Torten. Ursprünglich hatte Schell sein Essigschleckerle als Süßspeise für ein Essigmenü einer nahegelegenen Winzergenossenschaft entwickelt. Doch heraus kam eine überraschend harmonische Kreation, die inzwischen zu den Verkaufsschlagern des Unternehmens zählt und die Grundlage für inzwischen fünf Variationen legte.

Neue Geschäftsidee: Pralinen aus eigenem Wein

Durch die Zusammenarbeit mit den Weingütern kam Schell auch auf eine eigene Geschäftsidee. "Ich entwickle ein neues Marketing-Segment für Weingüter und kreiere aus deren Wein eigene Pralinen“, sagt Schell. Nach anfänglicher Skepsis konnte Schell die Weingüter der Region überzeugen und arbeitet mittlerweile für rund 200 Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Stammkunden beliefert er mit jährlich bis zu 500 Kilogramm Pralinen und hat damit ein neues Standbein für den Familienbetrieb geschaffen.

Schokoladenmanufaktur auf 800 Quadratmeter

Mit den neuen Aufträgen war auch eine Vergrößerung nötig. "Wir haben den Betrieb neu ausgerichtet, das Stammhaus belassen und im Gewerbegebiet eine neue Produktion aufgebaut“, sagt Schell. Mittlerweile ist die Produktionsfläche für die Schokoladen-Manufaktur auf 800 Quadratmeter gewachsen. Die Produkte werden weltweit bis nach China vermarktet und auch per Online-Shop versendet. Doch damit ist noch nicht Schluss .

Schell kreiert Schokolade für optimalen Weingenuss

In Zusammenarbeit mit anderen Sommeliers hat Schell Schokoladen für einen optimalen Weingenuss kreiert. "Deutsche Weine harmonieren supergut mit Schokolade“, sagt Schell. Begeistert beschreibt er, was auf der Zunge passiert, wenn Wein und Schokolade aufeinandertreffen, sich die Aromen verbinden und der Wein an Komplexität gewinnt. Als Chocolatier verwendet Schell ausschließlich Schokolade aus den besten Anbaugebieten der Welt und überzeugt sich vor Ort selbst von den Qualitäten der Kleinerzeuger, wie beispielsweise in Bolivien, Venezuela oder Kuba.

Konditormeister nimmt nur die beste Schokolade

Von den weltweit vier angebauten Kakaosorten Forastero, Arriba Nacional, Trinitario und Criollo verwendet er nur die drei letztgenannten, die als feinste und edelste Kakaosorten gelten. Für seine "Umami Papua“ Vollmilchschokoladen- Kreation verarbeitet er beispielsweise Lagenschokolade aus Papua-Neuguinea mit 38 Prozent Kakaoanteil. Seine preisgekrönten Kreationen rund um das Zusammenspiel von Wein und Schokolade gibt es heute in über 50 Variationen. Immer wieder fallen dem Konditormeister ausgefallene Kombinationen ein, wie gefüllte Sauerkirsch- oder Single-Malt-Whisky-Schokolade. Sein Wissen vermittelt er inzwischen auch in Pralinen-Seminaren und als Buchautor.