China als Retter des Euro?

China als Retter des Euro?

Vom ehemaligen Bundeskanzler Kiesinger stammt der Ausspruch: „Ich sage nur China, China, China!“ Er wollte damit vor den Gefahren warnen, die er von diesem Land ausgehen sah. Heute könnte dieser Satz von namhaften Lenkern westlicher Staaten stammen, allerdings vor einem ganz anderen Hintergrund. China erscheint derzeit manchem, dessen Land in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten steckt, als letzter Rettungsanker. Diese Hoffnungen hat Regierungschef Wen Jiabao geschürt, als er in Aussicht stellte, dass eine gewaltige Finanzspritze aus China die Märkte in Europa und den Vereinigten Staaten stabilisieren könnte. Wie die Zeiten sich ändern. Innerhalb weniger Jahrzehnte wird China damit von der gelben Gefahr zur gelben Hoffnung. Inwieweit daraus allerdings etwas wird? Zum einen versuchen die Chinesen die Hoffnungen wieder zu dämpfen; zum anderen warnen vereinzelt auch Politiker hierzulande - als wäre der kalte Krieg noch nicht vorbei - vor den verlockenden Angeboten aus dem Reich der Mitte. Dabei ist allerdings schon klar, dass China mit seinem Angebot auch konkrete Erwartungen verknüpft. Sehr amüsant wird die Angelegenheit, wenn man weiß, dass China bis noch vor wenigen Jahren auf der Empfängerliste von Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit - kurz auch Entwicklungshilfeministerium genannt - stand. Noch 2007 waren dafür 47,5 Millionen Euro im Etat vorgesehen. Schlecht angelegt war das Geld allerdings dann doch nicht, wenn China jetzt den Euro retten hilft.los