Karibik-Feeling in der nördlichen Ägäis Chalkidiki – der blühende Garten Griechenlands

Die Götter auf dem Olymp haben sich viel Zeit gelassen, als sie die Chalkidiki erschufen. Die dreifingrige Halbinsel im Norden Griechenlands ist nur ein Steinwurf vom Götterberg entfernt – da versteht sich von selbst, dass das unsterbliche Dutzend auf etwas Schönes blicken wollte, wenn es morgens im Freien seinen göttlichen Nektar trank. Von Mark West

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    Typisch Chalkidiki: Endlose Sandstrände, verträumte Buchten. Foto: West
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    Kleine Tavernen mit Meerblick gibt es überall. Foto: West
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    Ein malerischer Hafen auf Kassandra. Foto: West
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    Das pittoreske Dorf Athios auf Kassandra. Foto: West

Chalkidiki – der blühende Garten Griechenlands

Und Zeus, Hera, Athene und Co. ließen sich nicht lumpen: Smaragdgrüne versteckte Buchten, goldgelbe Sandstrände, endlose Kiefernwälder und blühende Oleanderbüsche – in der Chalkidiki ist alles vom Feinsten.

In der kleinen Taverne am Strand ist an diesem Vormittag noch nicht viel los. Zwei Touristen lassen sich ihren griechischen Joghurt mit Honig schmecken. Am Nachbartisch spielen zwei Einheimische Tavli, die hellenische Variante des Backgammon. Aus den Boxen erklingt "Opa", der Beitrag Griechenlands zum diesjährigen Eurovision-Songcontest. Acht Punkte gab es für die fetzigen Bouzouki-Klänge aus Deutschland. Wäre der Auftritt von Giorgos Alkaios and Friends live von diesem Strand nach Oslo übertragen worden, hätte Hape Kerkeling bei der Punktevergabe garantiert "twelve points from Germany go to Greece" verkündet. Wie hier in Kalamitsi, im tiefsten Süden des mittleren Fingers Sithonia, weht überall in der Chalkidiki ein Hauch von Karibik: Smaragdgrünes kristallklares Wasser, feinpudriger Sandstrand und Sonne satt.

Wie Poseidons Dreizack ragt die Halbinsel in Form einer Hand mit drei Fingern in die nördliche Ägäis hinein. Entlang der 500 Kilometer langen Küstenlinie reihen sich unzählige feinsandige Buchten, dichte Pinienwälder und malerische Fischerdörfer aneinander. Die einzelnen Finger Kassandra, Sithonia und Athos sind jeder für sich einzigartig.

Urlauber, die Wert auf "action" legen, sind im "weltlichen" Kassandra an der richtigen Adresse. Das Landschaftsbild der relativ flachen Halbinsel im Westen erinnert stark an die italienische Toskana. Dazu kommen sanft geschwungene lange Sandstrände, die vor allem für Familien mit Kindern ideal sind. Besonders hübsch ist das malerische Dorf Athitos mit alten, aus unverputztem Naturstein erbauten Häusern oder das verträumte Hanioti. Letztgenannter Ort soll übrigens seinen Namen einem Kreter aus Hania verdanken. Der kam in den Norden und konnte sich nicht mehr vom Garten Eden Griechenlands loseisen. Wie auch? Überall sprießen die farbenprächtigsten Blumen, flimmern die silbernen Blätter unzähliger Olivenbaum-Plantagen im Sonnenlicht. Kräuter wie Rosmarin, Oregano oder Kamille duften um die Wette. Hier gedeihen Weine, Getreide und schmackhafte Früchte.

Individualisten und aktive Urlauber werden den mittleren Finger Sithonia am schönsten finden. 50 Kilometer lang und bis zu 30 Kilometer breit ist die "Wilde", dazu dünn besiedelt und sehr gebirgig. "Wasserratten" ziehen die einsamen Strände vor, die nach fast jeder Straßenkurve spektakulär aufblitzen. Das gebirgige Hinterland ist die Domäne der Wanderer.

"Fromm" wird es auf Athos, dem dritten und östlichen Finger. Direkt nach Ouranopolis, der Himmelsstadt, fängt das Territorium der Mönchrepublik Athos an. Der Heilige Berg, der von rund 2.000 Mönchen bewohnt wird, ist für das weibliche Geschlecht tabu. Frauen dürfen nur aus "sicherer Entfernung" und nur vom Ausflugsboot aus einen Blick auf die zwanzig Klöster (17 griechische, ein russisches, ein serbisches und ein bulgarisches Kloster) erhaschen. Männer, die die Mönche besuchen möchten, benötigen eine Genehmigung ("Diamonitirion"), die sie vorher zeitig im Pilgerbüro der Heiligen Gemeinde des Athos in Thessaloniki beantragen müssen. Zu den wohl bekanntesten Athos-Besuchern zählen Prinz Charles und Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin.

Auch, wenn man nie als Pärchen die orthodoxen Klöster von Athos besuchen kann, braucht man auf Zweisamkeit in der Chalkidiki garantiert nicht zu verzichten: Bei einer Flasche einheimischen Wein den romantischen Sonnenuntergang am Strand genießen – herrlich. Aber Vorsicht, die olympischen Götter schauen unter Umständen zu.

Informationen :

  • Flug: Chalkidiki (Zielflughafen: Thessaloniki) ist mit einer Flugzeit von knapp zweieinhalb Stunden genauso schnell ab Deutschland erreichbar wie Mallorca. Die griechische Fluggesellschaft Aegean Airlines startet zum Beispiel täglich mehrmals ab dem gesamten Bundesgebiet nach Thessaloniki.
  • Unterkunft: Das Ultra-All-inclusive-Hotel Oceania Club in Nea Moudania zählt zu den besten Adressen in Nordgriechenland und besticht durch seine ideale Lage. Das Fünf-Sterne-Haus verfügt über 297 Zimmer und Suiten. Tretboot und Kanu fahren, Surfen, Tennis, Squash, Beachvolleyball Biken – alles ist inklusive. Die Anlage verfügt über einen großzügigen SPA-Bereich, in dem Beauty- und Wellness-Behandlungen kostenpflichtig angeboten werden. Im Juli und August bietet das Hotel bis zu 20 Prozent Preisersparnis. Ein Kind bis 11 Jahren übernachtet außerdem im Zimmer der Eltern kostenfrei.