Von der Geschäftsidee zum Unternehmen Businessplan: Betrieb in sieben Schritten gründen

Mancher schafft es mit einer ganz banalen Idee, Millionen zu verdienen. Andere wiederum vertrauen auf ihr Handwerk und versuchen, sich vom womöglich schlecht bezahlten Job loszueisen. Ob sich so ein Geschäftsvorhaben bezahlt macht, kann man am besten mithilfe einer detaillierten Aufstellung aller relevanten Faktoren abschätzen.

Michael Sudahl

Arbeit, die sich lohnt: Trotzdem erstellen nur zwei von drei Betriebsgründern einen Businessplan. - © Foto: Coloures-pic/Fotolia

Seien es Kosten für Material, Miete für Büro, Werkstatt und Fuhrpark oder eine Einschätzung des aktuellen Marktpotenzials. Auch die Frage, ob sich eine Angebotsabgabe noch lohnt, wenn Zulieferer ihre Preise um fünf Prozent erhöhen, gilt es zu beantworten. Hinzu kommt: Einen Businessplan will auch die Bank als Startkapitalgeber sehen. Und das aus gutem Grund. In einer aktuelle Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist zu lesen: Nur zwei von drei Betriebsgründern erstellen einen Geschäftsplan. "Das ist bedenklich. Schließlich ist dies eine notwendige Übung, will man Schwachstellen aufdecken und mögliche Geldgeber überzeugen", weiß Georg Metzger, KfW-Analyst.

Deshalb sollte der Gewissenhafte diesen Plan nicht als lästige Formalität sehen, sondern ihn zum Herzstück seiner Gründung machen. Sieben Punkte sind essentiell, sie dürfen in keinem Starterplan fehlen:

1. Sich selbst verkaufen

Wichtig ist, sich selbst gut zu verkaufen. Eine Zusammenfassung eröffnet jeden Businessplan – das Konzept auf den Punkt gebracht. Die Grundidee muss der Firmengründer klar formulieren. Eine Beschreibung des Angebots oder der Dienstleistung und der Zielgruppe bildet den Einstieg.

2. Persönliche Daten

Lebenslauf und berufliche Qualifikationen helfen, sich selbst als geeignet darzustellen. Darüber hinaus wirbt der angehende Gründer für sich als Unternehmer. Welche Charakterstärken zeichnen ihn aus, um die volle Verantwortung zu tragen? Vor allem die Motivation zur Betriebsgründung ist wichtig, um auch als Führungspersönlichkeit zu überzeugen. Schließlich plant er, als Chef ein rentables Geschäft zu führen ohne jegliche Vorgabe eines Vorgesetzten.

3. Die richtige Rechtsform

Die richtige Rechtsform ist als nächster Schritte wichtig, um den bis dahin fiktiven Betrieb Gestalt annehmen zu lassen. Die Fragen, wer haftet und wie – etwa bei mehreren Partnern – die Verhältnisse aufgeteilt sind, beantwortet dieser Abschnitt des Plans. Die Wahl der Gesellschaftsform muss der Gründer gut überdenken und logisch begründen.

4. Den Standort wählen

Ebenso spielt der Standort in Bezug auf Mitarbeiterbindung und örtliche Konkurrenz eine Rolle. Ist das Gebiet bekannt für Qualität, steigert das die Chancen, gute Preise zu erzielen. Sitzt aber ein Billiganbieter mit ähnlichem Angebot zwei Straßen weiter, kann daran ein noch so ausgefeiltes Geschäftskonzept scheitern. Auch hier ist eine belegbare Analyse wichtig.

5. Eine Marketingstrategie entwickeln

Um seine Tätigkeit an den Mann zu bringen, sollte eine Marketingstrategie vorliegen. Dafür ist die Analyse des Markts und der Kommunikationskanäle notwendig, um Trends für sich zu nutzen und Absatzwege zu finden. Website, Zeitungsanzeigen oder Kinowerbung und Pressearbeit können Bausteine sein.

6 . Geschäftsausstattung und ihre Kosten

Entscheidend für viele Geldgeber sind die nötige Geschäftsausstattung und die damit anfallenden Kosten . Diese benötigt jeder Handwerker, bevor er starten kann. Dazu gehören Werkzeuge, Bestände und vor allem Personalkosten. Aber Vorsicht: Viele Gründer unterschätzen den letztgenannten Aspekt. "Gründungen mit Mitarbeitern kommen auf einen Mehrbedarf von durchschnittlich 172 Prozent gegenüber dem Ansatz im Businessplan. Die anderen Gründungen lediglich auf ein Plus von 44 Prozent", warnt Metzger.

7. Betriebswirtschaftliche Planung und Finanzierungskonzept

Betriebswirtschaftliche Planung und ein Finanzierungskonzept runden schließlich den Businessplan ab. Hier wird klar, wie hoch der gesamte Kapital-Bedarf ist. Außerdem bringen eine Plan-Gewinn-und-Verlustrechnung (GuV) und Plan-Bilanzen klare Zahlen zum Vorschein. Beim Erstellen hilft jeder Steuerberater oder die Handwerkskammer.