Die Bundeswehrreform schürt Sorgen um die künftige personelle Ausstattung der Truppe. Nur ein geringer Prozentsatz der jungen Männer, die wegen des freiwilligen Wehrdienstes angeschrieben wurden, zeigt Interesse. Zudem warnt ein internes Eckpunktepapier des Verteidigungsministeriums laut "Bild"-Zeitung vor großen Problemen im Personalbereich. Das Ministerium gibt sich jedoch gelassen.
Bundeswehrreform sorgt für Unruhe
Berlin (dapd). Die Bundeswehrreform schürt Sorgen um die künftige personelle Ausstattung der Truppe. Nur ein geringer Prozentsatz der jungen Männer, die wegen des freiwilligen Wehrdienstes angeschrieben wurden, zeigt Interesse. Zudem warnt ein internes Eckpunktepapier des Verteidigungsministeriums laut "Bild"-Zeitung vor großen Problemen im Personalbereich. Das Ministerium gibt sich jedoch gelassen.
"Wir müssen nicht in Panik verfallen", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dapd am Donnerstag in Berlin auf Anfrage zur Situation beim freiwilligen Wehrdienst. Seinen Angaben zufolge haben zum 1. März dieses Jahres 1.255 junge Männer den freiwilligen Wehrdienst angetreten, zum 1. April seien es 1.494 gewesen. Künftig sollen bis zu 15.000 Freiwillige während eines Wehrdienstes zwischen sechs und 23 Monaten rund 170.000 Zeit- und Berufssoldaten unterstützen.
Nach einer ersten Anschreibeaktion der Kreiswehrersatzämter an 167.000 junge Männer im Januar und Februar habe es etwa 8.300 Interessenten gegeben, führte der Sprecher aus. Das entspricht einem Rücklauf von etwa fünf Prozent. Eine zweite Aktion, bei der im März und April 498.000 Männer kontaktiert worden seien, habe weitere 1.800 Rückmeldungen gebracht - das ist weniger als ein halbes Prozent.
Der Ministeriumssprecher sagte, für eine endgültige Beurteilung des Interesses am freiwilligen Wehrdienst müsse die Änderung des Wehrrechts abgewartet werden, die zum 1. Juli in Kraft treten soll. Dann können die Kreiswehrersatzämter auch bei jungen Frauen für den freiwilligen Wehrdienst werben
In dem internen Ministeriumspapier wird laut "Bild" mit Blick auf die Bundeswehrreform und damit verbundene Sparmaßnahmen vor dem Verlust der Bündnisfähigkeit und Gefahren für die nationale Sicherheit gewarnt. Der Finanzplan zwinge bereits im kommenden Jahr zu Einschnitten, die die Personalstrukturen stören und die Beteiligung an laufenden Einsätzen beeinträchtigen würden.
"Die ins Auge gefassten Einschnitte werden die Fähigkeiten Deutschlands, mit militärischen Mitteln zur nationalen und internationalen Sicherheitsvorsorge beizutragen, erheblich einschränken", zitiert die Zeitung aus dem Papier. Dies könne auf mittlere Sicht auch nicht wieder rückgängig gemacht werden.
Ministeriumssprecher Stefan Paris sagte der Nachrichtenagentur dapd dazu auf Anfrage, es gebe keinen Anlass zu einer Stellungnahme. Er verwies darauf, dass es zur Bundeswehrreform noch "keinerlei Entscheidung" gebe. Diese werde "intensiv" vorbereitet und Ende Mai oder Anfang Juni getroffen.
dapd
