"Rein rechnerisch müssten wir uns von 18.000 Berufs- und Zeitsoldaten trennen" Bundeswehr arbeitet bei Personalabbau mit BA zusammen

Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) will bei dem in Zuge der Bundeswehr-Reform notwendigen Personalabbau eng mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) zusammenarbeiten. "Rein rechnerisch müssten wir uns von 18.000 Berufs- und Zeitsoldaten trennen", sagte der Minister der "Welt am Sonntag".

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Bundeswehr arbeitet bei Personalabbau mit BA zusammen

Berlin (dapd). Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) will bei dem in Zuge der Bundeswehr-Reform notwendigen Personalabbau eng mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) zusammenarbeiten. "Rein rechnerisch müssten wir uns von 18.000 Berufs- und Zeitsoldaten trennen", sagte der Minister der "Welt am Sonntag". Bei den Zeitsoldaten werde geprüft, die Verpflichtungsdauer zu verkürzen und eine zusätzliche Ausbildung anzubieten, um eine Vermittlung in die Privatwirtschaft zu erleichtern. "Ich habe mit Frank-Jürgen Weise, dem Chef der Bundesanstalt für Arbeit, schon darüber gesprochen", sagte de Maiziere. Der BA-Chef habe zugesagt, das zu einem persönlichen Anliegen zu machen.

Weise hatte als Leiter einer Strukturkommission im Herbst 2010 Vorschläge für die jetzt anstehende Reform gemacht. Er war noch von de Maizières Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) beauftragt worden. De Maizière nimmt nun viele von Weises Vorschlägen auf. Bei den Berufssoldaten sei der Personalbau schwieriger umzusetzen, sagte der CDU-Minister weiter. Angedacht seien Angebote für Abfindungszahlungen. "Vielleicht ist ja der eine oder andere bereit, bei einem günstigen Angebot die Bundeswehr zu verlassen", sagte de Maiziere. "Ich will nicht verhehlen, das wird sicherlich der härteste Prozess, der wird auch ein bisschen dauern."

Bei der Zivilverwaltung sei der Abbau dagegen leichter umzusetzen, weil dort pro Jahr ohnehin 3.000 bis 4.000 Mitarbeiter aus Altersgründen ausschieden. Einen personellen Einschnitt kündigte der Verteidigungsminister auch für die Kreiswehrersatzämter an. "Wir haben jetzt allein 3.900 Mitarbeiter in den Kreiswehrersatzämtern, die sich mit der Musterung und Einberufung von Wehrpflichtigen beschäftigt haben. Die werden wir nicht alle brauchen", sagte er. Statt der bundesweit fünf Zentren für Nachwuchsgewinnung und der 52 Kreiswehrersatzämter solle sich künftig nur noch eine Organisation mit mehreren Standorten um die Personalwerbung der Bundeswehr kümmern.

dapd