Wirtschaftskrise Bundesregierung will Wachstumsprognose deutlich senken

Die Bundesregierung folgt einem Zeitungsbericht zufolge den düsteren Erwartungen von Ökonomen und will ihre Wachstumsprognose deutlich zurücknehmen.

Bundesregierung will Wachstumsprognose deutlich senken

Die Bundesregierung wies den Bericht der "Bild"-Zeitung zurück. Die Zeitung hatte in ihrer Dienstagausgabe unter Berufung auf Regierungskreise gemeldet, das Bundeswirtschaftsministerium gehe intern von einem BIP-Rückgang in Deutschland um 4 bis 4,5 Prozent aus. Der Einbruch würde damit doppelt so stark ausfallen wie bisher angenommen: Im Januar hatte das Wirtschaftsministerium noch einen BIP-Rückgang von 2,25 Prozent für 2009 vorausgesagt.

Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba wies den Bericht zurück. "Das ist definitiv falsch, wir haben noch gar keine Berechnungen begonnen", sagte er der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Die neue Prognose der Regierung soll Ende April veröffentlicht werden.

Am Montag hatten mit dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) erneut zwei Forschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen kräftig revidiert. Das RWI rechnet nun mit einem BIP-Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 4,3 Prozent. Die Experten des IMK erwarten eine Schrumpfung um 5,0 Prozent.

Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) erwartet in diesem Jahr eine Abnahme des Bruttoinlandsproduktes um 3,5 bis 4 Prozent. Grund sei ein deutlicher Rückgang der Exporte und der Importe, sagte BGA-Präsident Anton Börner.

ddp