Integrationsgipfel Bundesregierung will bei Integration "konkreter werden"

Die Bundesregierung will bei der Integration überprüfbare Ziele formulieren. "Wir wollen jetzt konkreter werden", kündigte Bundeskanzlerin Merkel nach dem vierten Integrationsgipfel an. Das Handwerk will die die Zahl der Auszubildenden und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund weiter steigern.

Bundesregierung will bei Integration "konkreter werden"

Es müsse klare Vorgaben geben nach dem Motto: "Was haben wir geschafft, was haben wir nicht geschafft?". Bis 2015 könne es gelingen, allen Migranten einen Integrationkurs angeboten zu haben. "Wir werden in zehn Jahren, von 2005 an gerechnet, das schaffen, was 30 Jahre lang versäumt wurde", sagte die Kanzlerin.

Merkel lobte die "richtige Arbeitsatmosphäre" des Treffens. Die 120 Teilnehmer hätten auch "kontroverse Meinungen" ausgetauscht. Es sei offen ausgesprochen worden, "was noch nicht gelungen ist", sagte die Kanzlerin und nannte als Beispiel das Thema Gewalt an der Schule. "Wir sind hier auf einem Weg, der noch lange nicht zu Ende ist", betonte Merkel. Es gebe aber auch "beeindruckende Beispiele gelungener Migration" etwa beim Sport.

Die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) sagte ebenfalls, in den vergangenen Jahren sei "wirklich viel Boden gutgemacht" worden. Die Integration der Zuwanderer müsse "besser eingeschätzt" werden, "als es die Debatte in den letzten Wochen gezeigt habe". Böhmer verwies auf einen neuen Nationalen Aktionsplan, der die Fortschritte bei der Integration nun leichter überprüfbar machen und den Nationalen Integrationsplan ergänzen soll.

Handwerk: Jeder fünfte Mitarbeiter mit Migrationshintergrund

Das Handwerk will die die Zahl der Auszubildenden und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund konsequent weiter steigern. "Wir werden verstärkt mit Migrantenverbänden vor Ort zusammenarbeiten, um Jugendliche und Eltern von den Chancen einer Ausbildung im Handwerk zu überzeugen", erklärte Handwerkspräsident Otto Kentzler auf dem Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt. Schon heute hat rund jeder fünfte Beschäftigte im Handwerk eine Zuwanderungsgeschichte.

Kentzler appellierte an die am Gipfel beteiligten gesellschaftlichen Gruppen, man solle "gemeinsam beweisen, dass die Integration in Deutschland schon viel weiter ist, als die aktuelle öffentliche Debatte glauben machen will." Um die Ausbildungsbeteiligung der Schulabgänger ausländischer Herkunft zu steigern, müssen die Probleme gemeinsam angegangen werden, so Kentzler: mangelnde Ausbildungsreife, Sprachschwierigkeiten, Unkenntnis über das duale System. "Das Handwerk heißt jeden willkommen, der etwas leisten kann und leisten will", sagte der Handwerkspräsident.

dapd