E-Mobilität Bundesregierung fördert lieber indirekt

Bis 2020 sollen auf Deutschlands Straßen eine Million Elektroautos fahren. Für dieses Ziel hat die Bundesregierung die Nationale Plattform Elektromobilität gegründet. Eine direkte Förderung lehnt sie dagegen ab.

Bundesregierung fördert lieber indirekt

Die geplante Unterstützung soll in Deutschland über die Kfz-Steuer und Sonderrechte im Straßenverkehr greifen. Elektroautos sollen demanch für zehn Jahre von der Kraftfahrzeugsteuer befreit werden. Darüber hinaus sollen Elektroauto-Fahrer bei Innenstadt-Parkplätzen privilegiert werden und möglicherweise Busspuren mitbenutzen dürfen. Die Bundesregierung selbst will bis 2013 zehn Prozent ihrer Dienstwagenflotte mit Elektroautos bestreiten.

Andere Länder - andere Fördersummen

Viele Länder haben bereits Förderkonzepte für die Elektromobilität, die von den Regierungen mit unterschiedlich stark finanziell ausgestattet sind. Hier einige Beispiele:

  • Deutschland: 500 Millionen Euro (2009-2012)
  • USA: 22 Milliarden Euro (2010-2017)
  • China: 3,85 Milliarden Euro (2006-2016)
  • Frankreich: 1,040 Milliarden Euro (2006-2020)
  • Spanien: 600 Millionen Euro (2009-2013)

(Quelle: Verband der Automobilindustrie)

Viele E-Modelle in Planung

Die deutschen Autobauer planen in den kommenden Jahren ihre neuen E-Modelle auf den Markt zu bringen. Dazu haben die unterschiedliche Konzepte entwickelt. Für das Handwerk ergeben sich durch die E-Mobilität ganz neue Arbeitsfelder, beispielsweise durch Wartungs- und Reparaturarbeiten in der Elektro-Branche. Nebenstehend finden Sie einen Film zu diesem Thema.

Daimler treibt die Elektromobilität auf mehreren Feldern voran. Zusammen mit dem Chemiekonzern Evonik steht der Autobauer kurz vor der Serienproduktion von Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos. Die Batterien aus dem sächsischen Kamenz will Daimler in die nächste Generation des Elektro-Kleinwagens Smart einbauen. Der smart fortwo electric drive wird seit November 2009 bereits in Serie gefertigt. Zudem will der Autobauer zusammen mit dem Industriegase-Hersteller Linde ein Netz von Wasserstoff-Tankstellen für Brennstoffzellen-Fahrzeuge aufbauen. Bei der Technik wird Wasserstoff in Strom umgewandelt. Dieser treibt den Elektromotor des Autos an. Die A-Klasse E-Cell wird heute schon als Mietauto angeboten.

VW will 2013 gleich zwei Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen: den E-Golf und den neuen Kleinwagen Up.

BMW will in Leipzig das Elektroauto "Megacity Vehicle" herstellen. Es soll 2013 unter der Bezeichnung "i3" beziehungsweise "i8" auf den Markt kommen. Der "i8" wird allerdings mit einem Plug-In-Hybridantrieb versehen.

Opel bringt im letzten Quartal dieses Jahres den Ampera auf den europäischen Markt. Der Ampera fährt allerdings nur auf Strecken bis zu 80 Kilometer rein elektrisch. Für längere Distanzen übernimmt ein kleiner Verbrennungsmotor. Anders als bei Hybridfahrzeugen dient der Verbrennungsmotor aber nicht als permanenter Antrieb, sondern lädt als sogenannter Reichweiten-Verlängerer (Range Extender) mit einem Generator die Batterien auf, wenn diese weitgehend erschöpft sind. Für 2013 hat Opel einen Kleinwagen mit reinem Elektrobetrieb angekündigt.

Audi bringt im Sommer den Q5 Hybrid quattro heraus, der für die VW-Tochter zu einem Wegbereiter zum reinen Elektroauto werden soll. Die Ingolstädter starten zudem einen Flottenversuch in München mit dem A1 e-tron. Auch hier wird wie beim Ampera ein Range Extender eingesetzt.

Auch Porsche befasst sich dem Thema Elektromobilität. Der Sportwagenhersteller will drei E-Boxster für einen Großversuch zur Elektromobilität in der Region Stuttgart einsetzen.

dapd/dhz