Irans Botschafter fordert eine Klarstellung aus Berlin Bundesregierung dementiert Pilotenfehler

Die Bundesregierung weist iranische Vorwürfe zurück, wonach der Pilot der deutschen Regierungsmaschine mit einer falschen Angabe die Probleme beim Flug der Kanzlerin über den Iran ausgelöst habe.

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Bundesregierung dementiert Pilotenfehler

Berlin (dapd). Die Bundesregierung weist iranische Vorwürfe zurück, wonach der Pilot der deutschen Regierungsmaschine mit einer falschen Angabe die Probleme beim Flug der Kanzlerin über den Iran ausgelöst habe. "Die entsprechenden Verfahren im Rahmen der Flugvorbereitung und Flugdurchführung wurden von der Flugbereitschaft der Bundeswehr korrekt eingehalten", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Dienst, am Mittwoch in Berlin zu den Überflugrechten.

Er wies damit eine Darstellung des iranischen Botschafters in Deutschland zurück, wonach der Pilot einen Fehler gemacht habe. Ali Reza Sheikh Attar hatte der "Financial Times Deutschland" gesagt, der Pilot der Regierungsmaschine habe im Funkverkehr den Code für die Rückkehr angegeben, nicht den für den Eintritt in den iranischen Luftraum.

Er erwarte eine Klarstellung aus Berlin, "dass es nur ein technisches Problem war", sagte der Botschafter. Im Iran sei man "sehr überrascht" über die Vorwürfe aus Deutschland. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte am Dienstag von "Respektlosigkeit gegenüber Deutschland" und einem "Verstoß gegen alle internationale Gepflogenheiten" gesprochen.

Dienst erklärte, der Überflug der Staatsgrenze von der Türkei Richtung Iran sei für den Regierungsflieger zunächst freigegeben worden. "Nach einigen Minuten" habe die iranische Seite die Freigabe dann widerrufen und die Maschine der Kanzlerin aufgefordert, den Luftraum umgehend zu verlassen.

Die Regierungsmaschine hatte wegen der Probleme in der Nacht zum Dienstag auf dem Weg nach Indien einige Zeit über der Türkei kreisen müssen. Nur durch intensive diplomatische Interventionen in Berlin und Teheran sei der Überflug schließlich ermöglicht worden, hieß es aus Regierungskreisen. Am Dienstagmorgen traf die Kanzlerin schließlich mit etwa zweistündiger Verspätung in Indien ein.

dapd