In der Schaubäckerei auf der Grünen Woche legt Scholz selbst Hand an – hört aber auch die Sorgen und Nöte der Bäcker. Sie warnen: "Es ist die Summe der Herausforderungen, die für die Betriebe nicht mehr zu schaffen ist."

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei seinem Rundgang auf der Grünen Woche in Berlin beim Bäckerhandwerk Halt gemacht und in der Schaubackstube selbst Hand angelegt. "Es ist lobenswert, dass der Bundeskanzler die Nähe zu den Verbänden sucht", sagte Roland Ermer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Doch Ermer hätte sich diese Nähe schon früher gewünscht. Viele Betriebe seien angesichts überbordender Bürokratie, hoher Energie- und Rohstoffpreise sowie gestiegener Lohnnebenkosten zunehmend überfordert, sagte er.
Bäckerpräsident: Politik muss Praxis einbinden
Gute Regierungsarbeit kann nach den Worten Ermers nur dann gelingen, wenn die Politik im Vorfeld wichtiger politischer Entscheidungen Verbände und Praktiker rechtzeitig einbindet und so folgenschwere Fehlentscheidungen verhindert. "Gute Gesetze brauchen Zeit, denn jede neue Regelung sollte im Vorfeld auf ihre Praxistauglichkeit geprüft werden", sagte er. Nur so könne sichergestellt werden, dass politische Entscheidungen von der breiten Mehrheit mitgetragen und nicht im Nachhinein korrigiert werden müssen.
Ermer: Summe der Belastungen zu hoch
Bäckerpräsident Ermer nannte im Gespräch mit Bundeskanzler Scholz auch die drängendsten Herausforderungen des Bäckerhandwerks und überreichte dem Kanzler das aktuelle Forderungspapier des Verbandes. Dazu zählen die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf sieben Prozent für gastronomische Speisen, ein spürbarer Bürokratieabbau, bezahlbare Energieversorgung sowie ausreichend Fachkräfte. "Es ist die Summe der Herausforderungen, die für die Betriebe nicht mehr zu schaffen ist", warnte Ermer.