Finanzkrise Bundesbankpräsident sieht Spielraum für weitere Zinssenkungen

Bundesbankpräsident Axel Weber sieht kein Ende der Finanzkrise, solange nicht der Preisverfall für US-Immobilien zum Ende kommt.

Bundesbankpräsident sieht Spielraum für weitere Zinssenkungen

Das erwarte er aber erst für Ende 2009, sagte Weber dem "Handelsblatt". Den Tiefpunkt der konjunkturellen Entwicklung sieht der Bundesbankpräsident im kommenden Jahr, wobei die erste Jahreshälfte 2009 noch mit einer Reihe von Herausforderungen verbunden sein könnte.

Nach Ansicht Webers gibt es im Euro-Raum "Spielraum für weitere Zinssenkungen". Zu der Erwartung an den Märkten, dass der Euro-Leitzins bis Mitte 2009 auf 2,5 Prozent sinken wird, sagte er: "Die Richtung, die wir eingeschlagen haben, ist an den Märkten richtig erfasst worden."

Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur, die die Bundesbank in der Vergangenheit immer strikt abgelehnt hat, steht der Bundesbankpräsident nicht grundsätzlich abgeneigt gegenüber. "Wichtig ist die richtige Wahl der Maßnahmen der Finanzpolitik", sagte er. Sie müssten zeitnah, zielgenau und zeitlich begrenzt sein. Es sei durchaus möglich wie in den USA, Steuergutschriften als Pro-Kopf-Transfers zu verteilen.

Weber hält es für richtig, dass die Banken, denen der Finanzmarktstabilisierungsfonds helfen soll, über einen ausreichenden Kapital- und Risikopuffer verfügen. Ein Polster von acht Prozent sei sinnvoll. Er warnt allerdings davor, alle Banken über einen Kamm zu scheren. Die Eigenkapitalanforderungen müssten nach den Geschäftsmodellen und -feldern der Institute ausgerichtet sein.

ddp