Der neue Bundesbankchef Jens Weidmann hat vor einer Überbewertung des überraschend hohen Wirtschaftswachstums im ersten Quartal gewarnt. Die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,5 Prozent beruhe im Wesentlichen auf Nachholeffekten wegen des besonders kalten Winterwetters im Vorquartal.
Bundesbankchef Weidmann warnt vor Überbewertung
Frankfurt/Main (dapd). Der neue Bundesbankchef Jens Weidmann hat vor einer Überbewertung des überraschend hohen Wirtschaftswachstums im ersten Quartal gewarnt. Die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,5 Prozent beruhe im Wesentlichen auf Nachholeffekten wegen des besonders kalten Winterwetters im Vorquartal.
"Außerdem handelt es sich bei den ersten BIP-Schätzungen zum erheblichen Teil um durch Annahmen geprägte Rechenergebnisse", erklärte Weidmann am Freitag in Frankfurt am Main. Die konjunkturelle Grundtendenz sei nach Einschätzung der Bundesbank "deutlich niedriger anzusetzen".
Zugleich bestätige allerdings die "überaus erfreuliche Schätzung" die Auffassung der Bundesbank, dass sich die deutsche Wirtschaft auf einem soliden Wachstumskurs befinde, sagte Weidmann. "Die gute Verfassung der deutschen Wirtschaft spricht dafür, dass ein nachhaltiger Aufschwung folgen könnte."
Weidmann warnte jedoch vor einer Lockerung des Konsolidierungskurses auch angesichts der unerwartet raschen Verbesserung der Lage der öffentlichen Haushalte. "Vielmehr sollten - angesichts des hohen und stark gestiegenen Schuldenstandes und der absehbaren demografischen Belastungen - die Defizite in der gegenwärtig sehr guten konjunkturellen Lage zügiger zurückgeführt werden", forderte Weidmann.
dapd
