Politik + Wirtschaft -

Sonderabschreibungen Bund will Mietwohnungsbau stärker steuerlich fördern

Mit Sonderabschreibungen will Schwarz-Rot den Bau von günstigen Mietwohnungen ankurbeln. Der Referentenentwurf soll bald ins Kabinett.

Die Bundesregierung will mit Sonderabschreibungen mehr Investoren zum Bau von bezahlbaren Mietwohnungen bewegen. "Hintergrund sind der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen sowie die steigenden Mieten", heißt es im entsprechenden Referentenentwurf aus dem Bundesfinanzministerium. Das Gesetz soll voraussichtlich am 19. September im Kabinett beraten werden.

Sonderabschreibung von bis zu fünf Prozent geplant

Mit dem „Gesetz zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsbaus“ sollen vor allem private Investoren für den Mietwohnungsbau gewonnen werden. Wie es im Referentenentwurf heißt, sollen für die Anschaffung und Herstellung neuer Wohnungen im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden drei Jahren Sonderabschreibungen bis zu jährlich fünf Prozent möglich sein. Diese Sonderabschreibung könne neben der bisherigen Absetzung für Abnutzung (AFA) nach § 7 Absatz 4 in Anspruch genommen werden.

Bauantrag muss in bestimmter Frist gestellt werden

Nach dem vorliegenden Referentenentwurf können die Sonderabschreibungen aber nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Bauantrag nach dem 31. August 2018 und vor dem 1. Januar 2022 gestellt wurde. Diese Frist gelte auch, wenn neuer Wohnraum in einem bestehenden Gebäude geschaffen und durch eine Bauanzeige angezeigt werde.

Luxuriöse Mietwohnungen werden nicht gefördert

Darüber hinaus müsse die Wohnung neun Jahre lang vermietet werden, heißt es weiter. Steuerlich begünstigt würden außerdem nur Immobilien, deren Anschaffungs- und Herstellkosten 3000 Euro je Quadratmeter nicht übersteigen. Dabei sollen aber maximal 2000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche absetzbar sein.

Durch die befristete steuerliche Förderung des Mietwohnungsbaus muss die öffentliche Hand in dieser Legislaturperiode  laut Entwurf auf Steuereinnahmen von rund fünf Millionen Euro im Jahr 2020, auf 95 Millionen Euro im Jahr 2021 und auf bis zu 310 Millionen Euro 2022 verzichten. bir

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten