Kammern werden weiter bei Integration von Geflüchteten unterstützt. Das Antragsverfahren beim ZDH läuft bis Ende Oktober.
Karin Birk

Das Bundeswirtschaftsministerium will die Arbeit der Kammern bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt weiter unterstützen. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, teilte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit. Die Bundesregierung verlängere deshalb das „erfolgreiche Programm der Willkommenslotsen“. Die Fortführung sei für das Kalenderjahr 2019 gesichert. Bis dahin stünden die Lotsen deutschlandweit den Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite.
Mehr als 60 Willkommenslotsen im Handwerk
Aktuell unterstützen insgesamt 178 Willkommenslotsen in 114 verschiedenen Kammern die Unternehmen. Davon sind 63 Wirtschaftslotsen für das Handwerk unterwegs. Sie arbeiten in 31 Handwerkskammern, weiteren 16 Kreishandwerkerschaften und in vier Bildungszentren, heißt es beim ZDH. Als zentrale Anlaufstellen beantworten sie Fragen rund um die Integration von Geflüchteten in Ausbildung, Praktikum oder Beschäftigung. Dabei geht es auch um Themen wie Sprachförderung, Aufenthaltsstatus, Qualifikationsbedarf sowie zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten.
Lotsen helfen auf dem Weg zur Ausbildung
Insgesamt konnten seit Programmstart im Frühjahr 2016 über alle Wirtschaftsbereiche hinweg rund 16.500 Flüchtlinge in Praktika, in Einstiegsqualifizierungen, in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden. Dabei wurden im ersten Halbjahr 2018 insgesamt rund 1.300 (Vorjahreszeitraum: 880) Ausbildungsplätze besetzt. Auf das Handwerk entfielen davon rund 800 Ausbildungsplätze. Darüber hinaus hat das Handwerk im ersten Halbjahr knapp 1.000 Flüchtlinge in Praktika vermittelt, knapp 400 in Einstiegsqualifizierungen und weitere rund 170 in Hospitationen. In 174 Fällen konnte über die Arbeit der Willkommenslotsen ein Geflüchteter direkt in Arbeit vermittelt werden.
Handwerksverband nimmt Projektanträge entgegen
Das Programm ist insgesamt mit 10 Millionen Euro pro Jahr ausgestattet. Davon übernimmt das Bundeswirtschaftsministerium 70 Prozent und die Wirtschaft 30 Prozent. Interessierte Kammern, Verbände oder andere Wirtschaftsorganisationen können nach Informationen des Ministeriums und des Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bis Ende Oktober einen entsprechenden Projektantrag beim ZDH einreichen .
Weitere Informationen zum Programm stehen unter www.bmwi.de/willkommenslotsen , www.bafa.de/wl sowie www.zdh.de zur Verfügung.