Wie viele sozialversicherungspflichtige Beschäftigte arbeiten im Baugewerbe, wie hoch ist der Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk und wie lautet die Zahl der Insolvenzverfahren in Deutschland? Fragen wie diese beantwortet die Internetseite "GovData". Behörden machen dort ihre Daten für die Öffentlichkeit zugänglich.

Öffentliche Daten frei verfügbar und nutzbar zu machen, dass ist die Idee die hinter dem Begriff Open Data steht. Die Bundesregierung versucht das seit dem 19. Februar 2013 mit dem Portal "GovData". Schritt für Schritt sollen der Öffentlichkeit hier Daten von Bund, Ländern und Gemeinden zugänglich gemacht werden.
Portal soll Transparenz schaffen
"Das neue Online-Portal GovData ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz", sagt Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe. Das Portal vereinfache nicht nur den Zugang zu Verwaltungsdaten, sondern auch deren Weiterverwendung, so die IT-Beauftragte der Bundesregierung. Die Daten werden in standardisierter Form bereitgestellt und unterliegen klaren Nutzungsbedingungen.
Genutzt werden können die Daten etwa von Entwicklern von Anwendungen, die etwa auf Tablet-Computern oder Smartphones funktionieren und so den Alltag erleichtern. Die Bereitstellung der Daten ermöglicht es aber auch, Zusammenhänge aufzuzeigen und so etwa die Grundlage für Bürgerbeteiligungen in der Demokratie zu schaffen.
Testbetrieb wird evaluiert
Derzeit steht eine Public-Beta-Version des Portals online. Im Rahmen des Testbetriebs soll es laufend evaluiert werden, heißt es aus dem Bundesinnenministerium. Zu Beginn werden über das Portal "GovData" Geo-, Umwelt- und Statistikdaten sowie Daten der bereits bestehenden Open-Data-Portale der Länder zugänglich sein.
Bisher sind 2243 Datensätze (Stand: 28. Februar 2013) online. Sie teilen sich auf insgesamt 14 Rubriken auf. Darunter sind die Bereiche "Wirtschaft und Arbeit", "Transport und Verkehr" und "Umwelt und Klima". Die Daten stammen bisher von 15 verschiedenen öffentlichen Stellen. Darunter sind unter anderem Daten vom Bundesamt für Statistik, dem Land Bayern und der Stadt Münster.
Ob das Portal langfristig fortgeführt wird, soll laut Bundesinnenministerium voraussichtlich 2014 entschieden werden. Abstimmen werden darüber die Länder.
Die Kosten für die Realisierung des Prototyps liegen bei 130.000 Euro. Hinzukommen 22.500 Euro an Kosten für die Wartung, Pflege und den Betrieb der Seite durch das Rechenzentrum von Fraunhofer FOKUS während der zwölf Monate. dhz