BUND-Chef Weiger kritisiert Atomausstieg der Bundesregierung als "halbherzig" BUND kämpft weiter für schnelleren Atomausstieg

Der Kampf für eine Beschleunigung der Energiewende steht für die Umweltschutzorganisation BUND nach dem schwarz-gelben Beschluss zum Atomausstieg ganz oben auf der Tagesordnung. "2013 werden die Karten neu gemischt", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Mittwoch in Berlin mit Blick auf die kommende Bundestagswahl. Der Kampf werde nicht eingestellt, sondern verstärkt.

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BUND kämpft weiter für schnelleren Atomausstieg

Berlin (dapd). Der Kampf für eine Beschleunigung der Energiewende steht für die Umweltschutzorganisation BUND nach dem schwarz-gelben Beschluss zum Atomausstieg ganz oben auf der Tagesordnung. "2013 werden die Karten neu gemischt", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Mittwoch in Berlin mit Blick auf die kommende Bundestagswahl. Der Kampf werde nicht eingestellt, sondern verstärkt.

Die Regierungspläne, die eine Abschaltung aller Meiler bis 2022 vorsehen, kritisierte Weiger als "halbherzig" und "unambitioniert". Zudem befürchte er, dass der Beschluss zurückgeholt werde. "Eine echte, nachhaltige, nicht umkehrbare Energiewende ist nicht erreicht."

Daher wolle der BUND gemeinsam mit der übrigen Anti-Atom-Bewegung weiter versuchen, die Menschen zu mobilisieren. "Wir wissen, dass viele Leute glücklich sind, dass es zu einem absehbaren Ende der Atomlaufzeit gekommen ist." Daher werde es künftig nicht mehr so große und spektakuläre Demonstrationen geben. Es gebe aber keine Resignation. Das wollen die Atomkraftgegner im Herbst deutlich zeigen, wenn der nächste Castor-Transport nach Gorleben rollen soll.

Neue Zukunftsthemen auf der Agenda

Neben einem schnelleren Atomausstieg will sich Weiger für eine transparentere Planung beim Netzausbau und eine stärkere Förderung von Windkraftanlagen in Süddeutschland einsetzen. Auch andere Aspekte sollten künftig mehr in den Mittelpunkt rücken. Als Beispiele nannte er das erhöhte Krebsrisiko für Kinder in der Nähe von Atomkraftwerken, Evakuierungspläne für Gebiete rund um die verbleibenden Kernkraftwerke und die Auswirkungen der Radioaktivität auf das Meer nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima.

Auch die Aufklärung der Bevölkerung über Möglichkeiten zum Stromsparen im eigenen Haushalt sei ein wichtiger Ansatzpunkt für die Zukunft. Dort liege das größte Einsparpotenzial. "Die wenigsten Menschen wissen, dass die größten Stromverbraucher in ihrem Haus nicht die elektrischen Geräte im Standby-Betrieb sind, sondern die Heizungspumpen im Keller."

Bei diesen Zukunftsthemen weiß Weiger einen starken Verband hinter sich. Der BUND-Chef verkündete, dass die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr mit 276.000 einen neuen Höchststand erreicht habe. Das entspreche einem Zuwachs von drei Prozent. Hinzu kamen 185.000 Förderer, die die Umweltschutzorganisation mit Spenden unterstützten. Spenden und Mitgliedsbeiträge machten rund 80 Prozent der 14 Millionen Euro aus, die der BUND 2010 einnahm. Der Einsatz für den Naturschutz motiviere immer mehr Menschen, selbst aktiv zu werden, analysierte Weiger.

dapd