Fast acht Milliarden Euro wollen Bund, Länder und Unternehmen in den Ausbau der Wasserstofftechnologie investieren. Geplant sind Wasserstoff-Autobahnen und Elektrolyseure.

Bund und Länder fördern weitere Wasserstoffinfrastrukturprojekte in Milliardenhöhe. "Ab jetzt wird gebaggert und gebuddelt", sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nach der Übergabe der Förderbescheide. "Die 22 Projekte betreffen die Wasserstoffnetze, sie betreffen die Wasserstoffelektrolyseure und sie betreffen die Speicherung", erklärte Habeck. Für ein weiteres Projekt "Aquaductus" sei ebenfalls eine Förderung geplant.
Bund und Ländern steuern 4,6 Milliarden Euro bei
Bund und Länder unterstützen die Projekte mit insgesamt 4,6 Milliarden Euro, wobei 70 Prozent auf den Bund und 30 Prozent die Länder fallen, wie Habeck sagte. Hinzu kämen 3,3 Milliarden Euro von Unternehmen. Damit liege das gesamte Investitionsvolumen bis 2030 bei rund 7,9 Milliarden Euro. Der Großteil der Bundesmittel stammt nach den Worten Habecks aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF).
Förderung entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Wie Habeck weiter sagte, umfassen die geförderten Projekte den Bau von Elektrolyseuren, mit deren Hilfe aus Strom Wasserstoff hergestellt wird. Die meisten dieser Elektrolyseure liegen in windstarken Regionen, in denen der grüne Strom aus Windenergie genutzt werden kann. Daneben soll der Ausbau von bis zu 2.000 Kilometern an Wasserstoffkernleitungen gefördert werden. Diese "Wasserstoff-Autobahnen" sollen die Erzeuger-Regionen mit den Abnehmer-Regionen wie etwa den Standorten von großen Stahlwerken verbinden. Darüber hinaus sollen innovative Speicherlösungen für Wasserstoff finanziell unterstützt werden.
Importstrategie von Wasserstoff in Arbeit
Weitere Projekte sollen nach Angaben des Wirtschaftsministers Pipeline-basierte Wasserstoffimporte aus Nachbarländern wie etwa den Niederlanden nach Deutschland ermöglichen. Eine entsprechende Importstrategie für Wasserstoff und Wasserstoffderivate will die Bundesregierung zeitnah beschließen. Alles zusammen soll dazu dienen, die Versorgung mit klimaneutralem Wasserstoff zu verbessern und die Abhängigkeit von klimaschädlichem Erdgas zu verringern. Spätestens 2045 will Deutschland klimaneutral sein.