Versicherungsabschluss mit Folgen Bund der Versicherten warnt vor Ausbildungsversicherung

Eine häufig gewählte Variante des Sparens für Kinder und Enkel ist die Ausbildungsversicherung. Diese hat allerdings nicht direkt etwas mit der späteren Ausbildung oder einem Studium zu tun. Der Bund der Versicherten (BdV) warnt allerdings bei Abschluss vor fatalen Folgen.

Der Bund der Versicherten rät vom Abschluss von Ausbildungsversicherungen ab. Gründe dafür seien lange Laufzeiten, hohe Kosten und unzureichende Flexibilität. - © Foto: jörn buchheim/fotolia

Eine Ausbildung oder ein Studium kann teuer werden. Daher ist es nachvollziehbar, wenn Eltern und Großeltern sich frühzeitig Gedanken über Finanzierungsmöglichkeiten machen. Lösungen gibt es viele. Der BdV warnt jedoch ausdrücklich vor einer Ausbildungsversicherung.

Versicherungsunternehmen versprechen in diesen Verträgen eine garantierte Summe zu einem festgelegten Zeitpunkt – meist zu Beginn der Ausbildung oder zum Studium. Versichert ist allerdings das Leben eines Eltern- oder Großelternteil des Kindes, der somit auch als Beitragszahler gilt. Im Todesfall übernimmt das Versicherungsunternehmen alle weiteren Beitragszahlungen.

Die Ausbildungsversicherung gilt somit auch als "kleine Lebensversicherung". Bei Vertragsabschluss wird eine Zielsumme festgelegt, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgezahlt wird. Im Gegenzug wird der Vertrag mit dem monatlichen Beitrag bespart. Laut BdV stecken die Probleme allerdings im Detail.

Geldanlage wird reduziert

Schließen beispielsweise Großeltern den Vertrag ab und zahlen monatlich einen Beitrag von 100 Euro, bleiben weniger als 50 Euro zum Sparen üblich. Laut BdV zweigen Versicherungsgesellschaften einen Großteil vom eingezahlten Betrag für das deutlich höhere Todesrisiko der Großeltern sowie für Verwaltungs- und Abschlussgebühren ab.

"Der Anteil des Versicherungsbeitrags, den Eltern und Großeltern eigentlich nur für die Geldanlage aufwenden wollen, wird damit drastisch reduziert. Nur das, was dann noch übrig bleibt, wird angelegt", erläutert Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des BdV.

Der Bund rät daher ganz konkret: Finger weg von Kapitallebensversicherungen in Form der Ausbildungsversicherung. Gründe dafür seien einerseits die schlechte Rendite, die Unflexibilität sowie die hohen Kosten. Darüber hinaus hätte eine Ausbildungsversicherung lange Laufzeiten.

Möchten Eltern oder Großeltern etwas für die Ausbildung des Kindes oder Enkelkindes ansparen, sollten sie sich auf reine Geldanlageprodukte konzentrieren und sich dazu unabhängig beraten lassen, erläutert der BdV. cle/BdV